Paukenschlag: DAS erwartet Autofahrer demnächst beim Tanken

Als ob die Lage nicht schon schlimm genug wäre. Der ADAC schlägt Alarm: An deutschen Tankstellen droht Autofahrern eine Situation, die noch schlimmer sein könnte als die derzeitige.

Gestern Abend tauchten schockierende Videos in den Medien auf: Zwei Öltanker in Flammen im Persischen Golf. Die Spritpreise steigen in schwindelerregende Höhen. Der landesweite Durchschnittspreis liegt bei weit über 2 Euro pro Liter für Benzin und Diesel. Alle sind sich einig, dass das so nicht weitergehen kann. Als Reaktion darauf hat die Regierung nun ihre Lösung vorgestellt. Diese stößt jedoch bereits auf große Bedenken. Wird es für Autofahrer noch schlimmer kommen?

Mit neuer Regelung: Preiserhöhungen nur noch einmal am Tag
Die Rede ist von der Einführung einer neuen Regelung, die den kontinuierlichen Preiserhöhungen der Tankstellen ein Ende setzt. Dabei soll ein ähnlicher Prozess wie in Österreich verfolgt werden: Sobald die neue Regelung verabschiedet ist, dürfen die Spritpreise in Deutschland nur noch einmal pro Tag erhöht werden. Die Preise können dann jedoch jederzeit gesenkt werden.

Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass der Preiswettbewerb zwischen den Tankstellen zu günstigeren Preisen für Autofahrer führt. Ein „Preiskampf nach unten”: Der Tankstellenverband befürwortet den von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vorgestellten Plan sehr. Er soll den Autofahrern endlich „Berechenbarkeit und Verlässlichkeit” bringen, so der Verband.

ADAC äußert schwere Bedenken: So könnte die Regelung nach hinten losgehen
Der ADAC hat jedoch angesichts der aktuellen Situation große Bedenken geäußert: Der Automobilclub hat den Mineralölkonzernen kürzlich vorgeworfen, ihre Preise künstlich in die Höhe zu treiben – und vertraut ihnen offenbar auch unter der neuen Regelung nicht, fair zu handeln.

Der Club befürchtet, dass die Mineralölkonzerne die Gelegenheit nutzen werden, ihre Preise im Voraus stärker anzuheben, wenn Preiserhöhungen während des Tages nicht mehr möglich sind. Und wenn nicht viele Preissenkungen folgen, bedeutet dies, dass Autofahrer den ganzen Tag lang sogar noch mehr als jetzt bezahlen könnten.

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie stimmt zu: Obwohl Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen in anderen Ländern belegen, dass es tatsächlich zu weniger Preisschwankungen kommt, zeigen sie auch, dass die Preise nicht unbedingt niedriger ausfallen als zuvor.

ADAC: Niedrigere Steuern würden sofortige Entlastung bringen
Für deutsche Autofahrer sind das in der Tat beunruhigende Nachrichten. Wie kommt es also, dass die Spritpreise in Österreich niedriger geblieben sind als in Deutschland?

Wie gestern bekannt wurde, hat Österreich jetzt eine Änderung eingeführt, wonach Preiserhöhungen nur noch maximal dreimal pro Woche in Kraft treten dürfen. Welche Auswirkungen dies haben wird, bleibt abzuwarten. Allerdings gibt es dort auch ein hohes Maß an Preistransparenz – alle Preiserhöhungen müssen an die Preistransparenzdatenbank E-Control gemeldet werden, die für Verbraucher zugänglich ist. Außerdem wird dort eine niedrigere Mineralölsteuer als in Deutschland erhoben.

Und gerade im Bereich der Steuern sieht der ADAC den Weg, um die gewünschte Senkung der Spritpreise in Deutschland zu erreichen: Die Bundesregierung sollte, so der Automobilclub, die Energiesteuer senken, um sofortige Entlastung zu schaffen.

Aktuell scheint die Bundesregierung jedoch nicht bereit zu sein, einen solchen Schritt in Betracht zu ziehen, ebenso wenig wie die bereits von vielen geforderte Spritpreisbremse.

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Oskar Herbert