

Wann haben Sie das letzte Mal einen Brief geschrieben? Heutzutage ist es so viel einfacher, über WhatsApp oder E-Mail in Kontakt zu bleiben; nur noch wenige greifen zu Stift und Papier. Und so erleben wir derzeit das Ende einer Ära: Der Briefverkehr gehört immer mehr der Vergangenheit an. Und nun besiegelt eine Ankündigung das Ende der Deutschen Post, wie wir sie kennen.
Kaum noch Briefkästen, Postämter schließen, Briefe nur noch einmal pro Woche zugestellt: Norwegen zeigt bereits, wie die Zukunft auch für Deutschland aussehen könnte. Noch sind wir nicht ganz so weit, doch die zunehmende Digitalisierung hinterlässt auch hierzulande ihre Spuren.
Die Deutsche Post wird zu DHL
Die Deutsche Post, wie wir sie heute kennen, wird es bald nicht mehr geben: Die Aktionäre haben ihre Zustimmung gegeben. Anstelle des traditionsreichen Namens wird der gesamte Konzern künftig einfach DHL heißen. Ein Name, der seine amerikanische Herkunft widerspiegelt, da er sich aus den Anfangsbuchstaben der Namen der DHL-Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn zusammensetzt. Der Konzern hat einen langen Weg zurückgelegt seit den Tagen der staatlichen Bundespost – DHL ist heute ein bedeutender, international agierender Konzern. Eine umfassende Umstrukturierung ist im Gange: Und obwohl die Namensänderung und der Umbau das Unternehmen laut BILD rund 37 Millionen Euro kosten werden, wird der Schritt als lohnenswert angesehen. Die Namensänderung spiegelt wider, dass die Prioritäten des Unternehmens nun anderswo liegen: Traditionelle Briefe und Pakete machen heutzutage nur noch etwa ein Fünftel des Gesamtgeschäfts aus.
Der neue Börsenname lautet einfach DHL AG. Die Änderung soll am 1. September in Kraft treten, sobald sie bei der Bundesregierung registriert wurde. Im Rahmen der neuen Organisationsstruktur der DHL wird die Deutsche Post AG als eine ihrer Geschäftseinheiten bestehen bleiben, neben Express, Fracht, Global Forwarding, Supply Chain und E-Commerce.
Wird es zu Änderungen für deutsche Haushalte kommen?
Welche Auswirkungen – wenn überhaupt – die Änderung für deutsche Haushalte haben wird, ist noch nicht bestätigt. Doch da die traditionelle Post immer mehr an Bedeutung verliert, scheinen künftige Veränderungen unvermeidlich. Schon jetzt werden immer mehr Postämter durch Automaten ersetzt. In der Vergangenheit war auch davon die Rede, die Häufigkeit der Briefzustellung zu verringern, doch bisher wurde dies noch nicht bestätigt. Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Post bereits 8000 Stellen abgebaut. Diesmal wurden keine derartigen Stellenstreichungen angekündigt – wie es aktuell steht, sollen sollen alle der derzeit mehr als 180.000 Mitarbeiter der Deutschen Post in die neue Gesellschaft wechseln.