Polizei im Großeinsatz: Anschlag auf ICE

Für 500 Passagiere, die gestern Abend mit einem ICE nach Frankfurt unterwegs waren, verwandelte sich die Fahrt plötzlich in einen furchtbaren Albtraum. Die Polizei war nach dem Angriff bis in die frühen Morgenstunden mit einem Großaufgebot vor Ort.

Zeugen berichten, dass sie Explosionen gehört hätten; in Wagen 23 stieg Rauch auf. Es kam zu chaotischen Szenen, als der ICE einen außerplanmäßigen Halt am Siegburger Bahnhof in NRW einlegte und schwer bewaffnete Polizisten die verängstigten Fahrgäste aus dem Zug evakuierten. Zu diesem Zeitpunkt wussten nur wenige, was vor sich ging.

Verdächtiger betrat den Zug vollständig vermummt
Wie nun aus der Mitteilung der Polizei hervorgeht, wurde der Anschlag von einem bislang nicht identifizierten Mann verübt. Der mutmaßliche Täter betrat den Zug vollständig vermummt, holte anschließend Sprengkörper hervor und warf sie in den Gang des Zuges. „Der Mann hat gedroht, einen Anschlag zu begehen. Er hat Böller gezündet“, erklärte eine Sprecherin der Polizei.

Die BILD-Zeitung berichtet von einer Paintball-Granate; t-online schreibt von zwei mit Softair-Kugeln gefüllten Böllern, die explodierten. Zwölf Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Umgebung befanden, mussten wegen Verletzungen behandelt werden. Einige mutige Fahrgäste versuchten, den Angreifer zu überwältigen. Der Mann floh und schloss sich in der Toilette ein. Er befand sich noch dort, als die Polizei den Zug betrat und die Tür aufbrach, um ihn festzunehmen.

Er wollte „alle abstechen“
In dem Rucksack des Mannes fand die Polizei ein großes Messer. Nachdem er die Böller geworfen hatte, soll er geschrien haben, er wolle „alle abstechen“. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass er an anderer Stelle Sprengkörper versteckt hatte, wurde der gesamte Zug durchsucht. Insbesondere alle Bereiche und das Gepäck in Wagen 23, in dem sich der Angreifer befand, wurden genauestens durchsucht.

Polizei im Großeinsatz bis spät in die Nacht
Es war gegen 20.30 Uhr, als der ICE am ICE-Bahnhof Siegburg zum Stehen kam. Rund 300 Fahrgäste des ICE wurden von Hilfskräften im Parkhaus des Bahnhofs versorgt. Die meisten konnten mit von der Bahn bereitgestellten Charterbussen weiter nach Frankfurt fahren. Nur diejenigen, deren Gepäck noch durchsucht wurde, wurden gebeten, zurückzubleiben.

Die Ermittlungen zu dem Angriff dauern noch an. Bislang hat die Polizei keine weiteren Details zum Angreifer oder seinen möglichen Motiven bekannt gegeben. Nach Informationen der BILD handelte es sich bei der Person, die in Handschellen vom Bahnhof abgeführt wurde, jedoch um einen 20-jährigen Deutschen.

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Oskar Herbert