

Kaum konnten die Passagiere der verhängnisvollen „Hondius“-Cruise das Schiff verlassen und unter gewissen Sicherheitsvorkehrungen wieder nach Hause reisen, meldet das nächste Kreuzfahrtschiff einen tödlichen Virusausbruch. Dieses Mal handelt es sich um ein Schiff der Ambassador Cruise Line, das von den Shetlandinseln aus über Belfast, Liverpool und Brest nach Bordeaux gefahren ist. Das Ziel der 14-tägigen Kreuzfahrt war eigentlich Spanien, aber die französischen Behörden haben das Schiff jetzt in Bordeaux festgesetzt und unter Quarantäne gestellt. An Bord befinden sich laut der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ 1233 überwiegend britische und irische Passagiere und 514 Crewmitglieder.
Erster Toter vom Schiff geholt
Der Alarm wurde ausgelöst, nachdem ein 90 Jahre alter Passagier tot aufgefunden wurde. Ersten Berichten zufolge soll er an den Folgen des Norovirus gestorben sein. 49 weitere Passagiere haben bereits Symptome der gleichen Erkrankung gemeldet, was zu den rigorosen Sicherheitsmaßnahmen der Behörden geführt hat. Der Norovirus löst schwerwiegende Magen-Darm-Erkrankungen aus, die sich durch Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bemerkbar machen. Die Ansteckungsgefahr ist enorm und die Inkubationszeit beträgt nur wenige Stunden. Laut der britischen Tageszeitung „The Guardian“ hatten eine Reihe von Passagieren bereits nach dem Auslaufen des Schiffes aus Liverpool über erste Anzeichen einer Magen-Darm-Erkrankung geklagt. Dennoch wurde die Reise fortgesetzt, bis der erste Todesfall gemeldet wurde.
Untersuchungen im vollen Gang
Laut den französischen Gesundheitsbehörden können die Passagiere das Schiff nicht verlassen, bis „eine routinemäßige Überprüfung des Gesundheitszustands und der Aufzeichnungen des Schiffes“ bewerkstelligt wurde. Proben vom Schiff wurden bereits zur genauen Untersuchung an das Universitätskrankenhaus von Bordeaux geschickt. Dabei betonen die Behörden, dass die Magen-Darm-Erkrankung nicht in irgendeiner Form mit dem Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondias“ in Verbindung steht. Die Reiseveranstalter haben bereits angekündigt, dass alle geplanten Aktivitäten kurzfristig abgesagt wurden, bis die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen. Die Passagiere sollen eine vollständige Rückerstattung erhalten.