Selenskyjs Plan für den Krieg im Iran

Ab heute gilt das neue Tankstellengesetz, und Preise dürfen nur noch einmal am Tag erhöht werden. Für diejenigen, die zurzeit an den Zapfsäulen stehen, wird das vermutlich nur ein kleiner Trost sein, solange die Preise täglich weiterhin steigen. Der Grund ist natürlich der Krieg gegen den Iran, in dem keiner der Beteiligten, außer vielleicht dem Iran, einen Plan verfolgt und dessen Ausgang sehr ungewiss ist. Die für den Welthandel und Öl so wichtige Straße von Hormus ist immer noch vom Iran gesperrt und die verwirrten Aussagen des amerikanischen Präsidenten über eine mögliche Öffnung werden weder von Verbündeten noch vom Feind ernst genommen. Jetzt kommt ausgerechnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und präsentiert einen Plan, um die wichtige Schifffahrtsstraße in Zukunft zu sichern. 

Lange Erfahrung mit Blockade 

Bei einem Besuch in den arabischen Nachbarländern des Irans, die sich im Augenblick unter Beschuss befinden, hat das ukrainische Staatsoberhaupt jetzt Hilfe angeboten, die auf Erfahrungen mit dem eigenen Krieg gegen Russland basiert. Selenskyj erinnert daran, dass die Russen unter Wladimir Putin zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine eine ähnliche Blockade im Schwarzen Meer durchgeführt hatten. Damals ging es nicht um Öl, sondern um die internationalen Lieferungen von Getreide. Die russische Blockade führte zu globalen Engpässen von Grundnahrungsmitteln, konnte aber innerhalb weniger Monate gebrochen werden. Heute verlassen trotz wiederholter russischer Angriffe etwa 200 Schiffe im Monat den ukrainischen Hafen in Odessa, um Getreidelieferungen an die ganze Welt zu bewerkstelligen. Geschützt werden diese von der ukrainischen Luftabwehr. Gemäß Selenskyj lässt sich die ukrainische Strategie zum Schutz des Schwarzen Meeres direkt auf die Situation in der Straße von Hormus übertragen. 

Ukraines Eigeninteresse 

Laut Selenskyj ist es den Ukrainern gelungen, eine Schneise auf dem Schwarzen Meer zu etablieren, die sich nicht von russischen Angriffen beeinträchtigen lässt. Seiner Meinung nach kann dasselbe gegen den Iran aufgebaut werden, und er hat jetzt die ukrainische Expertise den arabischen Ländern angeboten. Gemäß Militärexperten wären sowohl Saudi-Arabien als auch Trump gut damit bedient, das Angebot anzunehmen, denn die ukrainische Methode des „Tunnelbaus auf See“ hat sich als äußerst effektiv erwiesen. Mit dem Angebot wird Selenskyj auch mit einem gewissen Eigeninteresse verdächtigt. Der Krieg gegen den Iran und die Schließung der Straße von Hormus führen nicht nur dazu, dass die internationalen Waffen- und Ammunitionslieferungen für die Ukraine kleiner als gewöhnlich verlaufen, weil diese im Nahen Osten benötigt werden. Die erhöhten Ölpreise sorgen auch dafür, dass Russland und Putin die schwer angeschlagenen Kriegskassen wieder auffüllen können. 

Foto: Wolodymyr Selenskyj und Friedrich Merz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Alexander Grünstedt