Tödliches Zugunglück in Spanien: Erschütternde Entwicklung

45 Tote und 292 Verletzte. Das Zugunglück vom vergangenen Sonntag war eines der schwersten, das je in Spanien verzeichnet wurde. Jetzt haben die Ermittler neue, bedeutende Hinweise gefunden – und sie könnten kaum erschütternder sein.

„Ja, ja, es kommt kein Zug“. Diese Worte lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Es waren die letzten Worte, die vor dem tödlichen Zusammenstoß ausgesprochen wurden.

Eines der schlimmsten Zugunglücke in der Geschichte Spaniens
Am Abend des vergangenen Sonntags, dem 18. Januar, ereignete sich eine Katastrophe, die nie vergessen werden wird: Eine Zugkollision, die so heftig war, dass die Waggons wie Spielzeug durch die Luft geschleudert wurden. Trotz des unermüdlichen Einsatzes der Rettungskräfte herrschte bis gestern Abend noch Ungewissheit über das Schicksal aller Fahrgäste. Nun wurde ein Beweisstück veröffentlicht, das über alle Maßen schockiert.

Dies wurde auf der Black Box des Iryo-Zuges gefunden
Die Rede ist von der Aufzeichnung auf der Blackbox des Iryo-Zuges. Das war der erste Zug – derjenige, der auf den Schienen stand: Es handelt sich um die Aufzeichnung der Funksprüche zwischen dem Lokführer und dem Kontrollzentrum in Madrid-Atocha. Im ersten Funkspruch teilt der Lokführer dem Kontrollzentrum relativ ruhig mit, dass er auf der Höhe von Adamuz einen „Ruck“ erlitten hat. Drei der acht Waggons des Zuges seien aus den Gleisen gekommen und ragten in die Gegenrichtung. „Ich teile Ihnen mit, dass es eine Entgleisung ist und ich dringe in das angrenzende Gleis ein“, fügt der Lokführer hinzu, diesmal mit mehr Dringlichkeit in seiner Stimme.

Das Kontrollzentrum sollte den gesamten Gegenverkehr anhalten – dringend. An dieser Stelle der Aufzeichnung kommt die verhängnisvolle Antwort aus Madrid: „Ja, ja, es kommt kein Zug.“ Wenige Augenblicke später prallt der 4-Waggon Alvia-Zug auf die entgleisten Waggons.

Zwischen der Entgleisung der Waggons des Iryo-Zuges und der Ankunft des Alvia-Zuges verging nur so wenig Zeit. Hätte etwas getan werden können, um die Kollision zu verhindern? Das müssen die Ermittler herausfinden.

Streckenbetreiber hatte Warnung erhalten
Ein weiterer Hinweis betrifft eines der Rätsel, die das Zugunglück umgeben: Die Frage, wie die drei Waggons überhaupt aus den Gleisen kamen. Die Strecke, auf der der Zug unterwegs war, befand sich angeblich in „einwandfreiem Zustand“ – laut Aussage von Verkehrsminister Óscar Puente waren erst im Mai vergangenen Jahres umfassende Renovierungsarbeiten durchgeführt worden.

Doch wie die Frankfurter Rundschau berichtet, war der Zustand der Gleise möglicherweise gar nicht so einwandfrei: Erste Untersuchungen deuten auf eine fehlerhafte Gleisschweißung hin, die bei der Entgleisung eine Rolle gespielt haben könnte. Außerdem hatte die Lokführergewerkschaft SEMAF im August letzten Jahres – nach der Renovierung und weniger als 6 Monate vor dem tödlichen Unfall – den Streckenbetreiber Adif vor einem starken Verschleiß der Gleise in eben jenem Bereich gewarnt.

Alle Opfer gefunden
Gestern Abend bestätigten die spanischen Behörden, dass die letzten Opfer der Tragödie gefunden worden sind: Die Leichen zweier Männer wurden aus den Trümmern der Waggons des Alvia-Zuges geborgen, der die Böschung hinuntergestürzt war. Nun sind alle Vermissten gefunden. Wie das Auswärtige Amt bestätigte, befindet sich unter den Toten auch eine deutsche Frau. Ihre Identität wurde noch nicht bekannt gegeben.

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Oskar Herbert