Tödliche Gefahr: Ebola-Virus ist in Deutschland gelandet

Das gefürchtete Ebola-Virus wütet im Kongo. Jetzt ist die tödliche Gefahr aber auch in Deutschland gelandet – unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen soll in Berlin das Leben eines infizierten US-Arztes gerettet werden.

Der Mediziner mit Namen Peter Stafford hatte sich im Kongo angesteckt und wurde jetzt zusammen mit sechs Kontaktpersonen nach Deutschland geflogen. In einem speziellen Transportfahrzeug und mit Polizeibegleitung ging es dann weiter zur Berliner Charité. Denn dort befindet sich eine Sonderisolierstation auf dem Campus Virchow-Klinikum mit spezialisierter Infrastruktur für die Versorgung von Patienten mit hochansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten wie Ebola.

Geschützte Spezialeinheit
Die Einheit ist in sich geschlossen und besonders geschützt. Bis zu 20 Erkrankte können dort gleichzeitig isoliert und behandelt werden. Es gibt eigene Zugangswege und Schleusensysteme, Lüftungs- und Filteranlagen sowie eine geschlossene Abwasseraufbereitung. 

Chirurg bei OP infiziert
Der Patient Stafford war als Chirurg für die christliche Missionsgruppe Serge tätig und steckte sich bei einer OP an einem infizierten Patienten mit dem Ebola-Virus infiziert an. Vor dem Flug nach Deutschland habe er kaum noch selbstständig stehen können und sei von medizinischen Helfern in Schutzausrüstung gestützt worden, so heißt es.  

Das Gesundheitsministerium betont, dass für die deutsche Bevölkerung und für andere Patienten der Charité keinerlei Gefahr besteht. Das Gesundheitsministerium im Kongo musste indes 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle bekannt geben, seit das Ebola-Virus erneut ausgebrochen ist. Bereits in den Jahren 2014 und 2015 starben bei einem Ausbruch in Westafrika mehr als 11.000 Menschen. Die Seuche wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei bis zu 40 Prozent. 

Noch keine Impfung
Bereits am Dienstag lieferte die Weltgesundheitsorganisation WHO sechs Tonnen medizinische Hilfsgüter in den Kongo, etwa Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Für die aktuell grassierende Bundibugyo-Variante gibt es keine zugelassenen Impfstoffe, weswegen bereits eine gesundheitliche Notlage ausgerufen wurde. Eine Expertengruppe unter Leitung der WHO beriet sich bereits über mögliche Impfstoffe. 

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Martin Beier