

In einem Augenblick änderte sich alles: Plötzlich verwandelte sich der idyllische Urlaub in einen tödlichen Albtraum, aus dem es kein Entkommen gab.
Es handelt sich um eines der schwersten Schiffsunglücke, die sich in den letzten Jahren in kroatischen Gewässern ereignet haben, und doch ist der erste Gedanke: Wie konnte das passieren? Direkt vor dem legendären Hafen von Split, zwischen den beiden beliebten Ferieninseln Šolta und Brač, ereignete sich am Sonntag am helllichten Tag eine tödliche Katastrophe.
Tödliche Kollision unweit von Split
Laut lokalen Medienberichten ging der Notruf kurz nach 11.30 Uhr morgens bei der Hafenbehörde von Split ein: Eine schwere Kollision zwischen zwei Schiffen in der Meerenge Splitska Vrata. Ein Schiff sank innerhalb von wenigen Augenblicken.
Die kroatische Küstenwache eilte sofort zur Rettung: Eines der beteiligten Schiffe war die Katamaran-Fähre „Krilo Eclipse“ mit 118 Passagieren an Bord, die auf dem Weg nach Hvar war. Das andere war eine 14 Meter lange Yacht unter französischer Flagge. Gegen den Hochgeschwindigkeitskatamaran hatte das kleinere Boot keine Chance.
Von den acht Personen an Bord des Segelboots – sieben Passagiere und ein Skipper – konnten nur vier lebend geborgen werden: Drei Menschen waren bereits tot, als sie aus dem Wasser gezogen wurden. Von den Überlebenden erlitt einer schwere Wirbelsäulenverletzungen, während drei weitere mit leichten Verletzungen davonkamen. Von der achten Person an Bord fehlte zunächst jede Spur.
Wrack liegt in 50 Metern Tiefe
Erst heute Morgen kam die traurige Bestätigung: Das letzte Opfer war von Rettungstauchern ausfindig gemacht worden. Sie hatte sich zum Zeitpunkt der Kollision in ihrer Kabine befunden und war mit dem Schiff untergegangen. Bislang war es noch nicht möglich, die Leiche zu bergen, da das Wrack des Segelschiffs in einer Tiefe von über 50 Metern liegt, was eine Bergung äußerst schwer macht.
Wie der Hafenmeister von Split, Željko Kuštera, gegenüber der Croatia Week erklärte, ist dieser Vorfall einer der schlimmsten, die er in seiner Karriere erlebt hat: „So etwas habe ich in 35 Jahren noch nicht gesehen.“
Unglück gibt Rätsel auf
Das Unglück ist von Rätseln umgeben. Laut lokalen Medienberichten war es ein sonniger Tag, die Sicht war gut. Der Passagierkatamaran befand sich auf seiner regulären Route. Die Charteryacht bewegte sich unter Motor. In den sozialen Medien kursieren bereits ein Video und Bilder, die angeblich den Unfall zeigen. Kuštera warnt vor Spekulationen: „Wir werden die Ursache erst kennen, wenn die Untersuchung vollständig abgeschlossen ist. Wir müssen das Schiff bergen, die Unfallstelle untersuchen und alle uns vorliegenden Daten vergleichen.“
Die Personen auf der Charteryacht wurden inzwischen alle als tschechische Staatsangehörige identifiziert. Der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenković und Verkehrsminister Oleg Butković sprachen den Familien der Opfer und der tschechischen Regierung ihr Beileid aus.