

Heute Morgen hat das Nobelkomitee für den Friedenspreis den Namen der diesjährigen Gewinnerin veröffentlicht und gleichzeitig dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der sich selbst gerne als Gewinner gesehen hätte, eine kräftige Ohrfeige erteilt. Gewinnerin des Friedensnobelpreises 2026 ist nämlich die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay, die unter anderem jahrelang Trumps Erzfeind, dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, gedient hatte. Noch vor wenigen Wochen hatte Trump bei einer Rede in den Vereinten Nationen verlangt, dass der Gerichtshof niedergelegt werden sollte, nachdem dieser einen internationalen Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ausgestellt hatte. Trump hat natürlich die Ohrfeige nicht widerstandslos entgegengenommen und sofort zurückgeschlagen.
Sanktionen gegen Gerichtshof und Richter
Wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Nobelpreiskomitees in Oslo hat der amerikanische Innenminister Marco Rubio neue Sanktionen gegen den internationalen Gerichtshof und die dort angestellten Juristen bekannt gegeben. Ähnliche Sanktionen hatten in der Vergangenheit weitreichende Folgen für unter anderem Richter, weil diese ihr Eigentum in den USA konfisziert bekommen hatten und deren Konten bei Banken eingefroren wurden. Laut Rubio sollen die Maßnahmen verhindern, dass amerikanische Bürger und Freunde der Regierung, darunter Netanjahu, vom Gerichtshof verurteilt werden. Besonders im Fokus standen Untersuchungen des Gerichtshofs zu Kriegsverbrechen amerikanischer Soldaten während Einsätzen unter anderem in Afghanistan und dem Irak.
Auch Pillay lästert
Die südafrikanische Nobelpreisgewinnerin erhielt die Nachricht während eines Aufenthalts im bayerischen Nürnberg, wo die Bekanntmachung einen Riesenapplaus auslöste. Auch Navi Pillay konnte es nicht unterlassen, einen Seitenhieb gegen Donald Trump und möglicherweise gegen ihre Friedensnobelpreis-Vorgängerin, die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Machado, auszuteilen. Machado hatte nämlich ihre Friedensnobelpreis-Medaille im Januar an Trump als Dank für die Entführung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro weitergegeben. „Wenn ihr noch ein bisschen mehr klatscht, teile ich diesen Preis vielleicht mit Trump,“ sagte eine vom Applaus offensichtlich peinlich berührte Navi Pillay in einem Video, das von Amnesty International auf sozialen Medien verbreitet wurde.