Ukraine-Krieg: Ganz neue Töne aus Moskau

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine rast bereits auf seinen fünften Winter zu und sowohl die russische als auch die ukrainische Bevölkerung grauen sich vor den unaufhörlichen Angriffen der anderen Seite in eiskalten Verhältnissen. Jetzt wollen Russland, China und die Vereinigten Staaten Gespräche über einen möglichen Frieden aufnehmen, schließen aber die Ukraine, um die es geht, vom Verhandlungstisch aus. 

Putin weigert sich schon seit Beginn des Konflikts, mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zumindest zu sprechen. Stattdessen verließ man sich in Russland darauf, dass der amerikanische Präsident Donald Trump, vermeintlich ein Verbündeter der Ukraine, genug Einfluss auf Selenskyj ausüben würde, um den Krieg zugunsten der Russen zu beenden. Jetzt sieht man sogar in Moskau, dass das Vorhaben gescheitert ist. Jetzt hofft der Kreml auf Europa.

Zunehmend pro- europäischer Kurs 

Laut den Aussagen des russischen Diplomaten und kremltreuen außenpolitischen Beraters Putins, Juri Uschakow, hat der amerikanische Präsident Donald Trump versagt als Zwischenmann. Dabei sieht man es in Moskau als besonders bemerkenswert an, dass es Trump nicht ein einziges Mal gelungen ist, Selenskyj Zugeständnisse an Russland abzuzwingen. „Früher hatte es nach Anchorage den Anschein, die US-Regierung könne etwas diktieren und Kiew zur Einhaltung zwingen. Das hat aber bisher nicht wirklich funktioniert“, sagte Uschakow und wies auf das historisch peinliche Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska im Jahr 2025 hin. „Es reicht nicht, nur mit Kiew zu sprechen. Wir müssen mit ganz Europa reden, das Kiew voll unterstützt.“ Uschakows Aussagen wurden am vergangenen Sonntag im russischen Staatsfernsehen übertragen. Auch in anderen russischen Medien, darunter die russische staatliche Nachrichtenagentur Interfax, schlagen zunehmend einen pro-europäischen Kurs ein, wenn es um einen Friedensvertrag mit der Ukraine geht. 

Verhandlungen schon im November 

In der vergangenen Woche hatte Putin verkündet, dass die neue Verhandlungsrunde über ein Friedensabkommen mit der Ukraine bereits für Anfang November angesetzt wurde. Ob Europa zu diesen ersten Gesprächen eingeladen wird, ist zweifelhaft. Selenskyj hat schon seinen Widerstand gegen den Gipfel geäußert, weil er hinter seinem Rücken gehalten wird und er annimmt, dass Russland die Annexion der Donbass-Region den anderen Teilnehmern schmackhaft machen will. Allerdings belegen die neuesten Töne aus Moskau, dass man auch dort nicht mehr an einen dauerhaften Frieden mit dem Nachbarn glaubt, solange die EU und das restliche Europa nicht in die Verhandlungen miteinbezogen werden.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Social
Alexander Grünstedt