Ukraine legt sich mit weiterem EU-Land an

Der brutale Krieg in der Ukraine erschüttert seit mehr als vier Jahren die Welt und täglich sterben nicht nur Soldaten, sondern auch ukrainische Zivilisten, darunter viele Kinder, als Folge der heimtückischen russischen Angriffe.  Gleichzeitig wird es immer schwieriger für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die Unterstützung für sein kriegszerüttetes Land im Westen aufrechtzuerhalten.

Zuletzt hat sich der amerikanische Präsident Donald Trump vermehrt auf die Seite der russischen Angreifer unter Wladimir Putin gestellt. Hilfe, sowohl finanziell als auch in Form von dringend notwendigen Waffenlieferungen, kommt zunehmend nur noch aus der EU. Aber auch hier zeigen sich erste Risse im Verhältnis, zumeist aufgrund völlig unnötiger und unsensibler Aussagen seitens ukrainischer Politiker. 

Massenmord an polnischen Bürgern 

Während der ungarische Ministerpräsident und Putin-Vertraute Viktor Orbán jahrelang als der größte Widersacher Selenskyjs und der Ukraine galt, melden sich jetzt vermehrt Probleme mit einem der wichtigsten bisherigen Unterstützer und Nachbarn. Auch andere EU-Mitglieder, darunter Bulgarien und Slowenien, äußern sich zunehmend kritisch über die Hilfe, die die Ukraine vom Block erhält. Jetzt aber kommt es zu dem bisher gefährlichsten Eklat für die Ukraine. Der militärisch mächtige und als Zusammenarbeitspartner unerlässliche Nachbar Polen verliert die Geduld. Der Grund sind Aussagen und Handlungen in der Ukraine, die sich auf die turbulente und oft grausame gemeinsame Geschichte der beiden Nationen beziehen. Im Mittelpunkt steht die in der Ukraine verherrlichte und in Polen verhasste Ukrainische Aufständische Armee (UPA), die im Zweiten Weltkrieg mithilfe der deutschen Nationalsozialisten mehr als 300.000 Polen auf brutalste Weise ermordete.

2027 zum Jahr der UPA erklärt 

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Polen flammte bereits im Mai dieses Jahres auf, nachdem Selenskyj trotz des unermüdlichen Beistands des Nachbarlands verlauten ließ, dass ein Operationszentrum der heutigen ukrainischen Spezialeinsatzkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ erhalten soll. Der Beschluss erregte Wut und enorme Enttäuschung in Polen und führte dazu, dass Selenskyj nicht nur die Zustimmung der polnischen Bevölkerung, sondern auch eine wichtige Auszeichnung, die er kurz zuvor von der Regierung in Warschau erhielt, entzogen wurde. Jetzt kommt es zu einem neuen Konflikt zwischen den beiden Ländern, der die Ukraine weit mehr kosten könnte. Jetzt will die westukrainische Stadt Lwiw die Mörder aus der Ukrainischen Aufständischen Armee ehren, indem ihr das Jahr 2027 gewidmet wird. Der Entschluss, 2027 als „Jahr der UPA“ zu erklären, hat scharfe Reaktionen in Polen hervorgerufen. „Solche Aktionen schaden nur der Ukraine und helfen denen, die ihr Schlechtes wünschen“ schreibt Polens Außenminister Radoslaw Sikorski auf X und lässt gleichzeitig verlauten, dass den Lokalpolitikern hinter dem Beschluss die Einreise nach Polen verweigert wird. In diesem neuen Streit hat sich die Ukraine einen weiteren Feind gemacht, der einer zukünftigen, von Selenskyj heiß erwünschten, Mitgliedschaft in der EU im Wege stehen kann.

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Alexander Grünstedt