

Eine der größten Gefahren für nicht nur Russland und die Ukraine, sondern auch ganz Europa, sind nicht die direkten Kriegshandlungen im Ukraine-Krieg. Seit letztem Jahr bahnt sich im Krisengebiet eine Katastrophe an, die die ganze Welt, und besonders Zentraleuropa beeinträchtigen wird. Dabei geht es um den Zustand des Atomkraftwerks in dem russisch besetzten Teil außerhalb der südukrainischen Stadt Saporischschja. Aufgrund der harten Kämpfe wurde die kritische Infrastruktur in der ganzen Region erheblich beschädigt und die Energiezufuhr zu dem riesigen Reaktor unterbrochen. Laut Angaben internationaler Experten steht einer der Reaktoren kurz vor einer Kernschmelze, die selbst die nukleare Katastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 in den Schatten stellen wird.
Nur auf Notstromaggregat
Seit Monaten versucht die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), auf den Reaktor Zugriff zu erhalten, um notwendige Reparaturen vorzunehmen. Der Reaktor wurde von den Russen nur mithilfe von Notstromaggregaten in Betrieb gehalten, die von der regelmäßigen Zufuhr von Brennstoff abhängig sind. Da die Ukrainer die Umgebung des umkämpften Gebiets mit Minen übersät hatten, wurde der Transport und die Lieferung des notwendigen Diesels immer prekärer. In dieser Woche ist der IAEA ein Durchbruch in den Verhandlungen über einen vorläufigen Waffenstillstand gelungen und heute konnten die ersten Maßnahmen zur Wartung des Reaktors vorgenommen werden.
Gründliche Entminungsarbeit notwendig
Nach Angaben des Wartungsteams, das die Stromleitung zu dem angeschlagenen Atomkraftwerk wiederherstellen soll, ist eine gründliche Entminung des Gebiets notwendig, um die Sicherheit der Reparaturarbeiter zu gewährleisten. Die Arbeiten werden voraussichtlich eine Woche dauern. Das Kernkraftwerk, das unter russischer Aufsicht steht, hat bereits seit 2022 keinen Strom produziert und die Wartungsarbeiten sollen lediglich eine Kernschmelze verhindern. Die Zukunft des Reaktors ist einer der Zankäpfel in den augenblicklichen Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, weil beide Länder das Kernkraftwerk als ihr Eigentum beanspruchen. Eine von Präsident Trump beauftragte Delegation hatte vorgeschlagen, das Kernkraftwerk unter eine gemeinsame Leitung mit den USA zu stellen, was aber sowohl von der Ukraine als auch von Russland abgelehnt wurde.