Unfassbare Tragödie: Deutscher Urlauber stirbt auf Mallorca

So hätte es niemals kommen dürfen: Es sollte eigentlich ein so glücklicher Tag werden, doch durch unglaublichen Mut und Selbstlosigkeit ereignete sich in einer der schönsten Gegenden Mallorcas eine schreckliche Tragödie.

Mallorca ist ein besonderer Ort, zu jeder Jahreszeit reizvoll, der das ganze Jahr über Besucher anzieht. So war es auch bei Ralf und Britta aus Dortmund. Beide in ihren 60ern, wollten sie ihren 34. Hochzeitstag mit einem besonderen Urlaub feiern. Doch dann nahm alles eine tragische Wendung.

Das Wetter war trügerisch schön
Es begann als so ein schöner Tag: Sie besuchten die Drachenhöhlen, und für den Abend war ein gutes Essen geplant. Den Nachmittag wollten sie am Strand verbringen. Cala Mendia wird von Google als „ein atemberaubender, familienfreundlicher Strand an Mallorcas Ostküste“ beschrieben, „beliebt wegen seines ruhigen, flachen Badebereichs“. Am 24. April war das jedoch ganz und gar nicht der Fall. Obwohl das Wetter an diesem Nachmittag schön war, hatte in den Tagen zuvor ein schwerer Sturm die Balearen heimgesucht und für orkanartige Böen und starken Wellengang gesorgt. Tatsächlich strandete am selben Tag, dem 24. April, ein Segelboot mit hohem Mast an den Sandstränden von Puerto Pollensa.

Plötzlich waren verzweifelte Schreie zu hören
Doch Britta und Ralf hatten nicht vor, schwimmen zu gehen. Sie waren nur dort, um den Strand zu genießen – bis plötzlich verzweifelte Hilferufe zu hören waren. Zwei Kinder, die im Wasser gespielt hatten, waren von der starken Brandung mitgerissen worden. Ihr Vater war außer sich. Da es außerhalb der Saison war, war kein Rettungsschwimmer am Strand im Einsatz. Wie Britta später den „Ruhr Nachrichten“ schilderte, war Ralf entschlossen zu helfen. „Ich lasse kein Kind ertrinken“, waren seine Worte. Sie versuchte, es ihm auszureden, weil das Meer so rau war, doch Ralf ließ sich nicht beirren. „Britta, ich bin Taucher. Du weißt, wie stark ich bin“, war alles, was er sagte.

Die Bedingungen waren extrem rau
Er warf seine Kleidung und seine Kappe ab und sprang den Kindern hinterher. Andere Menschen kletterten auf die Felsen entlang der Bucht und riefen Anweisungen, um zu versuchen, die Kinder in Sicherheit zu bringen. Ein junger Mann wollte mit einem Surfbrett zu den Kindern paddeln, geriet aber in den großen Wellen selbst in Schwierigkeiten.

Schließlich konnten die Kinder entlang der Felsen in Sicherheit gezogen werden. Ein Rettungsschwimmer aus einem nahegelegenen Hotel schaffte es, den jungen Mann zu retten. Ralf kam jedoch nicht zurück. Minuten später entdeckten Helfer seinen Körper, als er aufs Meer hinaustrieb. Als er geborgen wurde, war es bereits zu spät.

Britta musste allein nach Hause zurückkehren. Nachdem die Ermittlungen abgeschlossen waren, wurde ihr vor wenigen Tagen Ralfs Leichnam übergeben. „Ersticken durch Ertrinken“ lautete das Ergebnis der Obduktion. Britta sagt, sie müsse sich an den Mut ihres Mannes erinnern. Für sie und ihre gemeinsame Tochter sind dies unerträglich schmerzhafte Zeiten.

Wichtiger Hinweis für Reisende
Immer wieder können Stürme aus dem Nichts aufziehen. Auf einer Insel ist man der Gewalt und den Launen des Wetters viel stärker ausgesetzt. Doch auch wenn die Sonne wieder scheint, ist Vorsicht geboten: Selbst Tage nach einem Sturm kann es noch zu starkem Seegang und hohen Wellen kommen. Vor jedem Strandbesuch ist ein kurzer Blick auf die aktuellen Bedingungen sehr ratsam. Es mag übertrieben erscheinen, doch viele Unfälle ereignen sich an wunderschönen Tagen, an denen niemand eine Gefahr ahnt.

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Oskar Herbert