

Großalarm nach einem Zugunglück: Mehr als 200 Menschen waren an Bord, als plötzlich Flammen aus den Bremsen schlugen. Die Fahrgäste wurden mitten in der Nacht evakuiert, bis das Feuer gelöscht werden konnte.
„Alles aussteigen!“, hieß es in den frühen Morgenstunden des Sonntags für 200 Passagiere eines Nachtzuges von Zagreb nach Stuttgart. An einem der Waggons begannen die Bremsen zu brennen. Der Lokführer musste daraufhin einen außertourlichen Stopp in Traunstein (Bayern) einlegen.
Ärzte untersuchten Passagiere
Beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) ging um 5.11 Uhr der Großalarm ein. Die Passagiere aus dem Nightjet der Österreichischen Bundesbahnen wurden schließlich in einer Turnhalle in Traunstein untergebracht und von Ärzten untersucht. Einige von ihnen hatten den Rauch der überhitzten Bremsen eingeatmet. Dennoch musste niemand ins Krankenhaus gebracht werden.
Feuer griff nicht auf Kabinen über
Das Feuer an dem Waggon aus Kroatien griff glücklicherweise nicht auf den Innenbereich des Zuges über. Die 22 Fahrgäste im betroffenen Waggon seien daher nie in Gefahr gewesen, wie ÖBB-Sprecher Herbert Hofer beteuert. Die gestrandeten Fahrgäste konnten im Laufe des Vormittags dann ihre Fahrten in Richtung München und Stuttgart fortsetzen.
„Das ist selten!“
Auch der Schaden am Zug sei nach erster Einschätzung gering. Hofer betonte: „Eine feststeckende Bremse ist selten, aber kann passieren.“ Die Züge aus Österreich würden so wie jene aus Deutschland „in periodischen Abständen serviciert“. Ebenso erfolge vor der Fahrt eine verpflichtende Sichtkontrolle der Garnituren.
Immer wieder Zugunglücke
Wer bei fatalen Zugunglücken in Deutschland an Eschede denkt, greift damit zu kurz. Denn es passieren immer wieder Unfälle, oft mit tödlichem Ausgang. Alleine in den Vorjahren kam es zu mehreren Zwischenfällen, etwa 2025 in Riedlingen: Nach heftigem Starkregen entgleiste ein Regionalexpress nach einem Erdrutsch auf die Schienen. Drei Insassen – darunter der Lokführer und ein Azubi – starben, 41 Passagiere wurden verletzt.
Und im Juni 2022 entgleiste ein doppelstöckiger Regionalzug in Garmisch-Partenkirchen infolge von Schienenschäden bei Burgrain. Fünf Menschen starben, über 70 wurden verletzt.