

Amazon hat angekündigt, dass es große Veränderungen im Bestellprozess geben wird. Aus Kundensicht sollte das eigentlich eine gute Sache sein. Jetzt schlagen Verbraucherschützer jedoch Alarm: Mit dem neuen Prozess ist eine besorgniserregende Lücke im Datenschutz von Amazon entstanden.
Ende dieses Monats stehen bei Amazon große Veränderungen an: Wie wir bereits berichtet haben, wird das gesamte Lagerverwaltungssystem des Online-Riesen auf den Kopf gestellt. „Comingling” (das Vermischen der Lagerbestände verschiedener Verkäufer) soll der Vergangenheit angehören, damit Kunden immer genau das erhalten, was sie bestellt haben. Damit kommt jedoch eine weitere Änderung, die für viel Aufruhr sorgt.
Verbraucherschützer warnen vor neuer Lücke im Datenschutz bei Amazon
Ab dem 25. März wird es eine neue Sicherheitslücke im Datenschutz bei Amazon geben: Grund dafür ist eine Änderung bei den Amazon-Wunschlisten, die von Millionen von Kunden genutzt werden. Wer sie nur für sich selbst oder im engsten Freundes- und Familienkreis nutzt, sollte keine Probleme haben, aber wer öffentlich sichtbare Wunschlisten hat, sollte aufpassen.
Im Zuge der oben genannten Änderung in der Lagerverwaltung gibt Amazon Käufern die Möglichkeit, genau auszuwählen, bei welchem Verkäufer sie einkaufen möchten. Dies gilt auch für Artikel auf Wunschlisten. Und wenn jemand Geschenkartikel von einem Drittanbieter kauft, gibt Amazon die Adresse des Geschenkempfängers an diesen Verkäufer weiter. Wie 404 Media warnt, ist es dann möglich, dass dies für den Käufer im Rahmen von Bestellaktualisierungen und Sendungsverfolgung sichtbar wird. Ein Traum für Stalker und Trolle.
Viele Menschen haben öffentliche Wunschlisten bei Amazon
In der heutigen Zeit, wo viele Influencer, Streamer, OnlyFans-Creators und sogar Promis öffentliche Wunschlisten bei Amazon haben, von denen jeder bestellen kann, besteht eine echte Gefahr. Laut Mastodon könnte ein Stalker noch einen Schritt weiter gehen: Er könnte selbst ein Drittanbieter-Konto bei Amazon eröffnen, einen Artikel aus der öffentlichen Wunschliste auflisten und dann selbst bestellen – und schon hat er Ihre Adresse.
Das rät Amazon
Amazon ist sich dieser Datenschutzlücke bewusst, plant jedoch nicht, sofort etwas dagegen zu unternehmen. Der Rat von Amazon für diejenigen, die sich um ihre Privatsphäre sorgen, aber ihre Wunschlisten öffentlich halten möchten, lautet, ein Postfach zu eröffnen oder eine andere nicht-private Adresse für Lieferungen anzugeben. Für die meisten Menschen, die Wert auf ihre Privatsphäre legen, ist es wahrscheinlich am besten, ihre Wunschlisten privat zu halten und nur mit einer begrenzten Anzahl von Personen zu teilen. In jedem Fall ist es ratsam, vor dem 25. März die Einstellungen Ihrer Amazon-Wunschlisten zu überprüfen.