Verseuchter Weltraumschrott landet am Strand

Zurzeit befinden sich etwa 14 500 aktive Satelliten im Weltraum und jeden Monat werden es mehr. Gleichzeitig vergrößert sich auch die Anzahl der nicht mehr genutzten Gegenstände im Weltraum, auch Weltraumschrott genannt. Diese bestehen aus verlassenen Raumfahrzeugen, abgestoßenen Raketenstufen, auseinandergebrochenen Satelliten und anderen Trümmern, die von der Menschheit in der Umlaufbahn zurückgelassen wurden. Experten gehen davon aus, dass 44 Tonnen Weltraumschrott jedes Jahr auf die Erde zusteuert, wobei das meiste beim Eintritt in die Atmosphäre verbrennt. Allerdings kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen die Trümmer unbehelligt durch die Atmosphäre gelangen und auf der Erde aufschlagen. Gerade wurden in Australien an einem der beliebten Urlaubsstrände eine Reihe von mysteriösen Kugeln angeschwemmt, bei denen es sich vermutlich um hochgiftige Treibstoffbehälter aus dem All handelt. 

Hochgiftige Grüße aus dem All

Die runden Objekte, die von den Australiern „Space Balls“ (Weltraum-Bälle) genannt werden, sind gerade an australischen Stränden in Queensland im Nordosten des Kontinents angeschwemmt worden. Die Strände mussten vorerst gesperrt werden, bis die Untersuchung der Objekte abgeschlossen ist. Zufolge erster Erkenntnisse handelt es sich bei den Bällen möglicherweise um Treibstoffbehälter, die bei einem Raketenstart zurückbleiben. Sechs der Behälter wurden bisher entdeckt und zur Untersuchung weitergegeben. Die australische Polizei befürchtet jetzt, dass die Behälter gefährliche Chemikalien enthalten und sich weitere Weltraum-Bälle noch im Ozean rund um den Kontinent befinden könnten. 

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Gefahr nimmt zu 

Mit der zunehmenden Anzahl von Satellitenkonstellationen, die unter anderem von dem amerikanischen Raumfahrtunternehmen SpaceX im Weltall etabliert werden, erhöht sich auch die Gefahr für die Erdbevölkerung. Dabei ist das Risiko, von einem der Teile getroffen zu werden, eher gering. Dahingegen haben Forscher bereits ihre Bedenken geäußert, dass viele der Trümmer toxische oder gar nukleare Bestandteile mit sich bringen. Das gilt besonders für älteren Weltraumschrott aus den 1970er und 1980er Jahren. Bereits im Jahr 1996 fielen nuklearverseuchte Trümmerteile einer russischen Raumsonde in den Ozean und konnten trotz großangelegter Suchaktion nicht ausfindig gemacht werden. In einem Gletscher in den chilenischen Anden wurde vor kurzer Zeit Plutonium entdeckt, das sich eindeutig auf Weltallschrott zurückverfolgen ließ. Aufgrund der zunehmenden Bedrohung aus dem All arbeiten Weltraumbehörden in den USA und Europa zurzeit an einem Tracking-System, das die Trümmer im All in Echtzeit verfolgen soll. Gleichzeitig soll ein Frühwarnsystem wie bei Naturkatastrophen eingerichtet werden, das die Bürger in den möglicherweise betroffenen Ländern auf die drohende Gefahr vorbereiten soll. 

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Alexander Grünstedt