Versicherungsriese am Ende: Hunderttausende Haushalte betroffen

Schlechte Nachrichten für Hunderttausende deutsche Haushalte: Finanzielle Einschnitte und Zahlungsverzögerungen drohen nun nach nicht nur einem, sondern gleich zwei großen Beben in der Versicherungsbranche.

Eine Versicherung soll einem zur Seite stehen, wenn das Schlimmste passiert. Doch wie sich herausstellt, ist das je nach Versicherer nicht mehr unbedingt der Fall.

Tausende Versicherte müssen auf ihr Geld warten
Anfang letzten Jahres erschütterte ein Schock die deutsche Versicherungsbranche: Der Versicherer Element Insurance AG musste am 1. März 2025 Insolvenz anmelden. Von der Fahrrad- über die Handy- bis hin zur Wohngebäudeversicherung – erst zu diesem Zeitpunkt erfuhren viele der rund 320.000 Kunden, dass ihre Policen tatsächlich über Element gezeichnet worden waren, da viele Versicherungsverträge mit Kooperationspartnern von Element abgeschlossen worden waren. Mehrere Tausend Versicherte, die bei dem Unternehmen Schäden gemeldet hatten, müssen seitdem auf ihr Geld warten.

Heute gab es eine weitere Enttäuschung: „Die bestehenden Forderungen können derzeit noch nicht ausgezahlt werden“, teilte Insolvenzverwalter Friedemann Schade in einer Mitteilung mit. Alle Forderungen müssen sorgfältig geprüft werden, bevor entschieden werden kann, wie viel Geld ausgezahlt wird, so der Insolvenzverwalter. Dies gilt auch dann, wenn sie unbestritten sind. Und obwohl ein externer Schadensdienstleister beauftragt wurde, um die Angelegenheiten so schnell wie möglich zu bearbeiten, „werden im laufenden Jahr voraussichtlich keine Auszahlungen mehr erfolgen“.

Um zu verhindern, dass sich ein solches Debakel jemals wiederholt, plant die Regierung die Einrichtung eines speziellen Sicherungsfonds. Diese Ankündigung wurde äußerst positiv aufgenommen, kommt für die Betroffenen in diesem Fall jedoch leider zu spät. So wie es derzeit aussieht, müssen diejenigen, die bei Element versichert waren, noch länger warten und können nicht einmal sicher sein, wie viel Geld sie am Ende erhalten werden.

Zweites Versicherungsbeben wird bekannt
Ende letzter Woche wurde die Nachricht von einem zweiten Versicherungsbeben bekannt. Betroffen ist der Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (BVaG), einer der größten Sterbekassen Deutschlands mit rund 120.000 Kunden.

Wie die BaFin bestätigte, wurde dem BVaG die Lizenz entzogen, da das Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestkapitalanforderungen nicht mehr erfüllen konnte. Offenbar hatte sich der Versicherer mit Immobilieninvestitionen verhoben und war nicht mehr in der Lage, die für Auszahlungen erforderliche Mindestreserve nachzuweisen. Infolgedessen wird das Unternehmen nun abgewickelt. Für die Versicherten bedeutet dies leider nichts Gutes.

Der Zweck einer Sterbegeldversicherung besteht darin, die Bestattungskosten zu decken – jede Auszahlung könnte sich auf etwa 3.000 bis 15.000 Euro belaufen. Wie t-online berichtet, müssen sich die bei der BVaG Versicherten jedoch darauf einstellen, dass ihre Hinterbliebenen am Ende weniger Geld zur Verfügung haben könnten als gedacht – der vertraglich vereinbarte Betrag könnte infolge der Unvorsichtigkeit des Versicherers geringer ausfallen.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Social
Oskar Herbert