

Die Anzeichen häufen sich: Diese nächste Annexion gewinnt für Putin enorm an Bedeutung. Ein Grund zu großer Sorge für Europa, da dieses ehemalige Gebiet der Sowjetunion sehr nahe an EU-Ländern und der Ukraine liegt.
Eine Quelle von Soldaten und ein Sprungbrett in unmittelbarer Nähe zur ukrainischen Region Odessa sowie zu NATO-Mitgliedstaaten: Das bedeutet der selbsternannte Staat Transnistrien für Putin. Das Land, das sich auf Kyrillisch „Pridnestrowje“ nennt, möchte tatsächlich wieder Teil Russlands werden. Es ist jedoch von Ländern umgeben, die nichts mit Russland zu tun haben wollen und für die die jüngste Zunahme russischer Aktivitäten Anlass zu großer Sorge ist.
Besorgniserregende Zunahme russischer Aktivität
Transnistrien ist ein schmaler Landstreifen, 200 km lang und nicht mehr als 20 km breit, der im Osten an die Südwestukraine und ansonsten an die Republik Moldau grenzt. Tatsächlich wird es von den Vereinten Nationen nach wie vor als Teil Moldawiens betrachtet. Im Jahr 1990 erklärte sich Transnistrien jedoch mit russischer Hilfe für unabhängig. Seitdem sind dort 1.500 russische Soldaten stationiert.
In jüngster Zeit hat Moldawien einen besorgniserregenden Anstieg russischer Aktivitäten in der Region gemeldet. Wie Stanislav Secrieru, nationaler Sicherheitsberater des moldawischen Präsidenten, gegenüber Fox News erklärt: „Im August begann Russland, die ukrainische Grenzinfrastruktur entlang der moldawischen Grenze anzugreifen.“ Da die ukrainischen Schwarzmeerhäfen unter ständigen Angriffen stehen, ist Moldawien zu einer wichtigen Transitroute geworden, über die ukrainische Getreideexporte die rumänischen Häfen erreichen können.
Moldawien fühlt sich von Russland bedroht
Mit der Unterstützung von Waffenlagern in Transnistrien ist Putin in einer hervorragenden Position, um diese wichtige Lebensader anzugreifen. Moldawien gerät zunehmend unter Druck: „Russlands Angriffe zielen darauf ab, diese Lebensader zu unterbrechen. Russland hat im August zudem die Verletzungen des moldawischen Luftraums verstärkt, um uns einzuschüchtern und dazu zu bringen, unsere Unterstützung zurückzuziehen.“ Moldawien seinerseits weigert sich, nachzugeben. „Wir werden der Ukraine weiterhin zivile Unterstützung leisten und die Korridore, die ihre Wirtschaft am Leben erhalten, offen halten.“
Es wird jedoch befürchtet, dass es zu einem Punkt kommen wird, an dem Russland konkretere Schritte unternehmen wird. Erst vor wenigen Tagen sagte der ehemalige russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu ausdrücklich: „Die Interessen und die Sicherheit der russischen Bürger in Tiraspol sind durch die verantwortungslosen Aktionen Kiews und Chișinăus bedroht. Man darf nichts ausschließen. Und um sie zu verteidigen, prüfen wir alle möglichen Szenarien, selbst die unwahrscheinlichsten.“
Moldawien – ein weiterer Dorn im Auge Putins
Nach Ansicht von Ivana Stradner, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Foundation for Defense of Democracies, könnte Moldawien zu „einer Generalprobe für Moskaus Vorgehen im Baltikum“ werden. Aus moldawischer Sicht besteht die Sorge: Wird jemand ihnen zu Hilfe kommen? Das Land beantragte die EU-Mitgliedschaft im März 2022 – nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Die eigentlichen Beitrittsverhandlungen begannen schließlich im Juni 2026. Moldawien hofft nun, die Beitrittsgespräche bis Ende 2028 abzuschließen und bis 2030 die volle EU-Mitgliedschaft zu erlangen. Damit wäre ein weiteres Land der ehemaligen Sowjetunion zum Westen übergegangen – ein weiterer erheblicher Dorn im Auge Putins und sicherlich ein nicht zu unterschätzender Faktor für ihn.
Foto: Council.gov.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons