WHO schlägt Alarm wegen Virus-Todesfällen

Die WHO schlägt Alarm nach drei tragischen Todesfällen durch das Hantavirus. Auch in Deutschland werden zunehmend Fälle der Krankheit verzeichnet. Mehrere Regionen gelten als Risikogebiete.

Anfang dieser Woche erreichte die Welt eine Schockmeldung: Drei plötzliche Todesfälle auf einem Kreuzfahrtschiff durch ein heimtückisches Virus, von dem kaum jemand zuvor gehört hatte. Unter den Toten war auch ein Deutscher. Nun hat die WHO weitere schlechte Nachrichten. Und die Frage ist: Wie hoch ist das Risiko durch dieses Virus in Deutschland?

WHO schlägt Alarm: Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet
Normalerweise stecken sich Menschen mit dem Hantavirus von infizierten Tieren an, doch in diesem Fall war das nicht so. Wie die WHO-Epidemieexpertin Maria Van Kerhove heute mitteilte, „vermuten wir, dass es bei sehr engem Kontakt eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt“. Es scheint, dass nur eine Person zum Zeitpunkt des Einsteigens auf das Schiff infiziert war. Die weiteren Übertragungen erfolgten offenbar von Mensch zu Mensch. Insgesamt infizierten sich 7 Passagiere, von denen drei starben.

Hantavirus: Symptome
Das Heimtückische am Hantavirus ist, dass seine Symptome unspezifisch sind. Die ersten Symptome ähneln oft einer Grippe, wobei Fieber, Muskelschmerzen und Müdigkeit innerhalb von 1 bis 8 Wochen nach der Infektion auftreten. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind möglich. Zu den späteren Symptomen gehören Husten, Atemnot und Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge. In schweren Fällen kann sich ein hämorrhagisches Fieber entwickeln, das zu akutem Nierenversagen führen kann. Laut RKI gibt es keine Impfung und keine spezifische Behandlung für Hantavirus-Infektionen.

Hantavirus-Risiko in Deutschland
In Deutschland wird das Hantavirus durch infizierte Nagetiere verbreitet, insbesondere durch die Rötelmaus und die Brandmaus. Glücklicherweise sind Todesfälle äußerst selten, obwohl in manchen Jahren Tausende von Fällen verzeichnet wurden (im Jahr 2021 wurden beispielsweise knapp 2000 Krankheitsfälle gemeldet). Dennoch sollte man sich des Risikos bewusst sein und Maßnahmen ergreifen, um sich zu schützen. Folgende Gebiete in Deutschland gelten laut RKI als Risikogebiete:

Baden-Württemberg: Insbesondere die Schwäbische Alb und Umgebung.
Bayern: Unterfranken, Niederbayern und Oberpfalz (2025 Zunahme der Fälle).
Nordrhein-Westfalen: Regionen wie der Rheinisch-Bergische Kreis und die StädteRegion Aachen weisen ein geringes, aber vorhandenes Risiko auf.
Weitere Regionen: Teile von Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Es ist anzumerken, dass das Infektionsrisiko mit der Populationsgröße der virustragenden Nagetiere steigt. Frühling und Sommer sind die risikoreichsten Jahreszeiten. Wie t-online berichtet, wurden in der vergangenen Woche drei Fälle aus dem Rhein-Erft-Kreis gemeldet.

Hantavirus-Übertragung in Deutschland
Glücklicherweise ist nach heutigem Kenntnisstand eine Übertragung des Hantavirus von Mensch zu Mensch in Deutschland unwahrscheinlich, da bislang nur eine Hantavirus-Unterart von Mensch zu Mensch übertragen wurde, nämlich das Andesvirus, das in den 1990er Jahren in Argentinien entdeckt wurde. In Deutschland dominiert das Puumalavirus, das durch das Einatmen von Staub übertragen wird, der mit Speichel, Urin und Kot infizierter Nagetiere kontaminiert ist. Auch Bisse können zu einer Infektion führen. Bei der Aufräumarbeit in Schuppen und Garagen ist größte Vorsicht geboten (lange Kleidung und Atemschutz tragen – Kleidung sofort nach Beendigung der Arbeit wechseln). Lassen Sie keine Lebensmittel (einschließlich Tierfutter) an Orten liegen, an denen Mäuse daran gelangen könnten.

Hier lauert weitere Gefahr
Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ mit seinen 150 Passagieren an Bord wird derzeit auf See gehalten, während die Behörden prüfen, ob die Gefahr weiterer Infektionen besteht.

In Deutschland besteht mittlerweile Gefahr durch ein weiteres tödliches Virus: Ende letzten Monats wurde bekannt, dass eine weitere Person dem Borna-Virus zum Opfer gefallen ist. Bereits im Herbst letzten Jahres starb ein 57-jähriger Mann im Landkreis Tirschenreuth (Bayern), und im Juni 2025 starben zwei Männer im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.

Der jüngste Fall ereignete sich im Landkreis Unterallgäu. Das Borna Disease Virus 1 wird von der Feldspitzmaus übertragen. Das Virus ist äußerst selten: Die meisten gemeldeten Fälle traten in Bayern auf. Viele davon endeten jedoch tödlich aufgrund einer durch das Virus verursachten Gehirnentzündung. Zu den anfänglichen Symptomen zählen Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit, kurz darauf folgen neurologische Störungen, die die Sprache, das Gehen und die Orientierung beeinträchtigen.

Es wird angenommen, dass das Borna-Virus auf die gleiche Weise übertragen wird wie das Hantavirus (über Ausscheidungen von Tieren, die das Virus in sich tragen) – daher sind Hygienemaßnahmen und der richtige Schutz beim Reinigen sowie Maßnahmen, um Mäuse und Ratten von Ihrem Zuhause fernzuhalten, äußerst wichtig.

Foto: Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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