

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock, hat angesichts der Planungen des Bundesfamilienministeriums für einen möglichen neuen Zivildienst vor einer Verdrängung der etablierten Freiwilligendienste gewarnt. Freiwilligkeit müsse grundsätzlich Vorrang vor der Verpflichtung haben, sagte Rock dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
In den sozialen Diensten brauche man engagierte Menschen, deshalb müssten Freiwilligendienste gestärkt und soziale Berufe attraktiver gemacht werden. Sollte der Gesetzgeber eine Bedarfswehrpflicht einführen, müsse sie so ausgestaltet werden, dass sie Freiwilligendienste nicht verdränge und jungen Menschen die gleichen Rahmenbedingungen biete. Die Erfahrungen mit den Freiwilligendiensten und die Interessen der jungen Menschen sollten dabei von Anfang an im Vordergrund stehen.
Auch die Grünen pochen auf eine Stärkung der Freiwilligendienste. „Schon heute können junge Menschen soziale Träger durch ihren Freiwilligendienst unterstützen und tun dies auch“, sagte die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, dem RND. Leider seien die dafür vom Bund bereit gestellten Mittel in den letzten Jahren immer weiter gekürzt worden, kritisierte sie. Der Bedarf sei deutlich höher als die Mittel.
„Statt jetzt über eine Wiedereinführung von Pflichtdiensten zu sprechen, wäre es angebracht, den Entwurf zum Haushalt noch mal zu überarbeiten und die Mittel für Freiwilligendienste zu erhöhen“, so Nanni weiter.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur