Dax startet schwach – Skepsis macht sich breit

Der Dax ist am Mittwochmorgen schwach in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.220 Punkten berechnet, 0,9 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

„Die Rekordstimmung an der Wall Street beginnt zu bröckeln“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Zwar markieren S&P 500 und Nasdaq 100 neue Höchststände, getragen wird die Rally aber zunehmend von wenigen großen Technologieunternehmen. Die breite Masse der Aktien kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Ein Index kann von wenigen Schwergewichten auf Rekordstände gezogen werden, eine gesunde Rally sieht allerdings anders aus.“

„Diese Skepsis war bereits im asiatischen Handel zu spüren. Hohe Energiepreise und weiterhin hohe Anleiherenditen sorgten für Gewinnmitnahmen. Gleichzeitig wächst die Frage, ob große Technologieunternehmen wie Samsung und SK Hynix die hohen Erwartungen der Anleger tatsächlich erfüllen können.“

Auch für den Dax bleibe der Ölpreis ein entscheidender Belastungsfaktor. Eine nachhaltige Entspannung sei nicht in Sicht. „Hohe Energiepreise, steigende Renditen und ambitionierte Aktienbewertungen reiben sich zunehmend aneinander. Ob daraus ein Flächenbrand an den Aktienmärkten entsteht, dürfte maßgeblich von der bevorstehenden Berichtssaison abhängen. Dann wird sich zeigen, ob in den Kursen zu viel Euphorie oder bereits zu viel Skepsis steckt.“

„Etwas Unterstützung liefern die besser als erwartet ausgefallenen Daten zur deutschen Industrieproduktion. Sie stützen die Hoffnung auf eine beginnende Konjunkturerholung. Für die Ausrufung einer Trendwende ist es allerdings noch zu früh. Im weiteren Tagesverlauf richtet sich der Blick auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank und mögliche Hinweise auf den weiteren Zinskurs“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochmorgen schwächer: Ein Euro kostete 1,1215 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8917 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Morgen wurden für eine Feinunze 4.133 US-Dollar gezahlt (-0,7 Prozent). Das entspricht einem Preis von 118,49 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 101,20 US-Dollar, das waren 66 Cent oder 0,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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