

Deutsche Unternehmen investieren weiter in China – finanzieren den Ausbau aber immer mehr aus eigenen Gewinnen vor Ort. Wie eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank zeigt, haben sie im ersten Halbjahr 2026 rund 5,6 Milliarden Euro zusätzlich in China investiert. Der Betrag lag rund ein Drittel über dem Vorjahreszeitraum, bewegte sich jedoch im längerfristigen Vergleich im üblichen Rahmen.
Hinter der stabilen Gesamtzahl steht eine gespaltene Entwicklung: Einige Firmen reduzierten ihr China-Geschäft aufgrund des schwierigen Umfelds und des hohen Konkurrenzdrucks. Seit 2017 überstieg der Wert der aufgelösten Beteiligungen den der neuen. Zwischen 2017 und 2024 investierten deutsche Firmen jährlich zwei Milliarden Euro in neue Beteiligungen und lösten bestehende im Wert von 3,6 Milliarden Euro auf. Unterm Strich flossen so 1,6 Milliarden Euro pro Jahr ab.
Ein Großteil der Unternehmen setzt jedoch weiter auf den chinesischen Markt. Laut AHK Greater China wollen über 85 Prozent der deutschen Tochterfirmen ihr Engagement dort mindestens halten, über die Hälfte plant sogar mehr Investitionen. Die dafür nötigen Mittel stammen zunehmend aus dem China-Geschäft selbst. 2025 beliefen sich die reinvestierten Gewinne auf 7,8 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Zwischen 2017 und 2024 lag der Wert noch bei 5,4 Milliarden Euro.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Chinesische Börsenkurse auf einem Laufband (Archiv), via dts Nachrichtenagentur