Alarmstufe Rot in Deutschland: Lebenswichtige Versorgung steht vor dem Aus

Heutzutage hält man bestimmte grundlegende Dinge einfach für selbstverständlich – doch das wird bald nicht mehr so sein. Eine aktuelle Studie schlägt Alarm: In mehreren Teilen Deutschlands droht eine lebenswichtige Versorgung zu verschwinden.

Dass das Gesundheitswesen in Deutschland rundum zu kämpfen hat, ist mittlerweile allgemein bekannt. Man hofft, dass das neue Sparpaket dazu beitragen wird, die riesige Finanzlücke der Krankenkassen zu schließen, doch nun hat sich ein neues schockierendes Problem offenbart, das buchstäblich über Leben und Tod entscheiden könnte.

Die Rede ist vom zunehmenden Mangel an Hausärzten. Eine heute veröffentlichte Studie des Berliner IGES-Instituts im Auftrag des Bosch Health Campus prognostiziert, dass bis 2040 jede fünfte Hausarztstelle unbesetzt bleiben könnte.

Hausärztemangel nimmt beängstigende Ausmaße an
Vor allem ländliche Gebiete sind vom Hausärztemangel bedroht, aber überraschenderweise auch Teile bekannter Städte. Die Statistiken zeichnen ein düsteres Bild: Bereits im Jahr 2025 war jeder dritte praktizierende Hausarzt über 60 Jahre alt. Und schon jetzt seien bundesweit, wie t-online schreibt, rund 4.400 Hausarztsitze unbesetzt. Laut der IGES-Studie könnte sich die Situation, wenn sich nichts ändert, weiter verschärfen, sodass im Jahr 2040 rund 12.000 Hausarztsitze unbesetzt bleiben könnten.

Das würde bedeuten, dass fast ein Fünftel der Landkreise unterversorgt sein wird. Diese schier unglaubliche Zahl verteilt sich nicht gleichmäßig über ganz Deutschland. Einige Regionen werden deutlich schlechter gestellt sein als andere. Als Gebiete, in denen die Hausarztdichte am stärksten zurückgehen wird, identifizieren die Forscher die folgenden Landkreise als am stärksten betroffen:

Hochsauerlandkreis -48 %

Minden-Lübbecke -47 %

Paderborn -47 %

Märkischer Kreis -46 %

Osnabrück -46 %

Lippe -44 %

Karlsruhe -44 %

Konstanz -44 %

Insgesamt dürften 14 Landkreise bis zum Jahr 2040 einen Rückgang der Hausarztdichte um über 40 % verzeichnen.

Die Städte, so betonen die Autoren der Studie, sind zwar weitaus weniger betroffen, doch werden einige von ihnen dennoch einen spürbaren Rückgang der Zahl der verfügbaren Hausärzte erleben. Dazu gehören:

Bremerhaven -27 %

Mönchengladbach -27 %

Regionalverband Saarbrücken -22 %

Bremen -22 %

Es gibt jedoch nicht nur schlechte Nachrichten: So sagen die Forscher beispielsweise voraus, dass die Hausarztdichte in der Uckermark und in Frankfurt/Oder sogar steigen wird. Ob dies auf einen tatsächlichen Anstieg der Zahl der Hausärzte oder auf einen Bevölkerungsrückgang zurückzuführen ist, bleibt jedoch unklar.

Politik muss Maßnahmen ergreifen
Sicher ist jedoch, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diese beängstigende Entwicklung zu stoppen. Zu den von den Forschern vorgeschlagenen Lösungen gehören eine Stärkung der Telemedizin (unter der Prämisse, dass, wenn Ärzte die leerstehenden Hausarztpraxen nicht besetzen können, ein Fernservice besser ist als gar keiner), aber auch eine Förderung von Hausärzten unter Medizinabsolventen. NRW hat zum Beispiel kürzlich mitgeteilt, dass es einen höheren Anteil an Studienplätzen für Medizin für diejenigen reserviert, die sich verpflichten, zehn Jahre lang als Hausärzte in einem unterversorgten Gebiet tätig zu sein.

Insgesamt werden jedoch wohl weitere Maßnahmen erforderlich sein, um das Problem an der Wurzel zu packen. Wie die Forscher betonen, greift eine Reform, die lediglich auf die Senkung der Kosten abzielt, zu kurz.

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