

Die Krise beim Deko-Händler Depot verschärft sich offenbar dramatisch. Nach Medienberichten plant das insolvente Unternehmen, sein Filialnetz noch stärker zu verkleinern als bislang bekannt. Von den rund 155 Geschäften, mit denen Depot in die jüngste Sanierungsrunde gestartet war, sollen langfristig nur etwa 50 erhalten bleiben. Damit könnten insgesamt mehr als 100 Standorte vor dem Aus stehen.
Für viele Beschäftigte hat der Sparkurs bereits unmittelbare Folgen. Nach Informationen der „Lebensmittel Zeitung“ sollen 220 Mitarbeiter aus den Filialen sowie weitere 110 Beschäftigte aus der Zentrale und dem Außendienst freigestellt werden. Insgesamt wären damit rund 330 Arbeitsplätze betroffen. Geschäftsführer Christian Gries soll die Belegschaft intern über die Einschnitte informiert haben. Eine öffentliche Bestätigung der neuen Zahlen liegt bislang nicht vor.
— Breaking News – News64 (@News64News) August 2, 2026
Erst Ende Juni hatte Depot angekündigt, 66 Filialen zu schließen. Die meisten betroffenen Geschäfte sollten nach Räumungsverkäufen bis Ende Juli den Betrieb einstellen. Die nun bekannt gewordenen Pläne würden deutlich darüber hinausgehen. Auf der Internetseite des Unternehmens werden derzeit noch rund 80 Filialen genannt.
Hinter Depot steht die GDC Deutschland GmbH mit Sitz im unterfränkischen Großostheim. Sie hatte im Mai beim Amtsgericht Aschaffenburg erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dabei bleibt die Geschäftsführung grundsätzlich im Amt, wird jedoch von einem Sachwalter kontrolliert. Es ist bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit: Schon 2024 war die damalige Depot-Gesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten geraten. In der anschließenden Sanierung wurde das Filialnetz drastisch reduziert, zahlreiche Beschäftigte verloren ihre Arbeit.
Als Ursachen der erneuten Schieflage gelten die anhaltende Kaufzurückhaltung, steigende Kosten und der harte Wettbewerb durch günstige Onlineplattformen aus Asien. Hinzu kommen Belastungen durch Importzölle. Ob tatsächlich 50 Filialen gerettet werden können und welche Standorte dauerhaft geöffnet bleiben, ist derzeit noch unklar. In den kommenden Wochen erwartet man hierzu eine Stellungnahme von Depots Verantwortlichen.