Deutlicher Anstieg an E-Scooter-Unfällen mit Personenschaden

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ist weiter gestiegen. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei in Deutschland 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden – das waren 38,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor (11.944 Unfälle). Dabei kamen insgesamt 38 Menschen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte.

Die Zahl der Todesopfer ist demnach im Vergleich zu 2024 ebenfalls gestiegen: Damals starben 27 Menschen bei E-Scooter-Unfällen. 1.895 Menschen wurden im Jahr 2025 bei solchen Unfällen schwer verletzt und 16.184 leicht.

14.936 oder 82,4 Prozent der Verunglückten waren mit dem E-Scooter unterwegs, darunter auch 33 Todesopfer. 822 oder 5,5 Prozent der Verunglückten, die auf einem E-Scooter unterwegs waren, waren Mitfahrer. Darunter war auch eines der 33 Todesopfer. Im Jahr 2024 waren noch 508 oder 4,7 Prozent der Verunglückten auf E-Scootern Mitfahrer. Laut Straßenverkehrsordnung sind E-Scooter nur für eine Person vorgesehen, das Mitfahren weiterer Personen ist nicht erlaubt. Von den fünf weiteren bei E-Scooter-Unfällen Getöteten waren drei Personen zu Fuß unterwegs, eine mit dem Fahrrad und eine mit dem Auto.

Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen laut Destatis nach wie vor eine vergleichsweise geringe Rolle: 2025 registrierte die Polizei insgesamt 297 364 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, lediglich an 5,5 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer oder eine E-Scooter-Fahrerin beteiligt. Gegenüber 2024 mit damals 4,1 Prozent ist der Anteil allerdings gestiegen.

Deutlich wird der Unterschied im Vergleich zu Fahrradunfällen: Im Jahr 2025 hat die Polizei deutschlandweit rund 97.035 Unfälle mit Personenschaden registriert, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren, das waren 32,6 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden. 462 Menschen, die mit einem Fahrrad unterwegs waren, kamen dabei ums Leben, 13.686 wurden schwer verletzt, 83.345 leicht.

Besonders junge Menschen sind in E-Scooter-Unfälle verwickelt. 53,6 Prozent der im Jahr 2025 verunglückten E-Scooter-Fahrer waren jünger als 25 Jahre, 83,7 Prozent waren jünger als 45 Jahre. Dagegen gehörten nach Angaben der Statistiker nur 3,1 Prozent zur Altersgruppe 65plus. Zum Vergleich: Bei den Unfallopfern, die mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs waren, war der Anteil der unter 25-Jährigen mit 21,4 Prozent deutlich niedriger. Gleichzeitig waren 48,5 Prozent von ihnen jünger als 45 Jahre. Dagegen war ein deutlich größerer Teil (20,9 Prozent) 65 Jahre oder älter. Ein Grund für die Unterschiede dürfte sein, dass jüngere Menschen im Allgemeinen mehr mit E-Scootern unterwegs sind als ältere.

Unfälle können nicht immer auf einen einzigen Grund zurückgeführt werden. Häufig registriert die Polizei mehrere Fehlverhalten. Das häufigste Fehlverhalten der E-Scooter-Fahrer mit einem Anteil von 21,6 Prozent war die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege. Die E-Scooter-Nutzer müssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten.

Vergleichsweise häufig legte die Polizei den E-Scooter-Fahrern das Fahren unter Alkoholeinfluss zur Last (10,9 Prozent). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 7,7 Prozent und bei zulassungsfreien Krafträdern wie Mofas, S-Pedelecs und Kleinkrafträdern 6,1 Prozent. Nicht angepasste Geschwindigkeit war das dritthäufigste Fehlverhalten, das die Polizei bei E-Scooter-Fahrern feststellte (8,4 Prozent), danach folgten Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (7,5 Prozent).

Von den 16.496 E-Scooter-Unfällen mit Personenschaden im Jahr 2025 waren 30,5 Prozent Alleinunfälle – das heißt, es gab keine Unfallgegnerin beziehungsweise keinen Unfallgegner. 16 der 33 tödlich Verunglückten auf E-Scootern kamen bei Alleinunfällen ums Leben. Von den Verletzten verunglückten 34,9 Prozent bei Alleinunfällen.

An 11.111 (67,4 Prozent) E-Scooter-Unfällen mit Personenschaden war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist war dies ein Autofahrer (7 215 Unfälle), teilte das Statistische Bundesamt mit. Bei solchen Zusammenstößen mit Autos verletzten sich 50,5 Prozent der verunglückten E-Scooter-Nutzer, 6 starben. Zum Vergleich: An 1.742 E-Scooter-Unfällen waren Radfahrer beteiligt, bei diesen Zusammenstößen verletzten sich 5,2 Prozent der verunglückten E-Scooter-Fahrer.

Bei Unfällen mit zwei Beteiligten trug zu 50,8 Prozent die oder der E-Scooter-Fahrer die Hauptschuld am Unfall. Betrachtet man, wer der Unfallgegner war, gibt es durchaus Unterschiede: Bei Zusammenstößen mit einem Pkw (7.215 Unfälle) waren die E-Scooter-Fahrenr in 38,1 Prozent der Fälle die Hauptverursacher. Bei Unfällen mit Fahrradfahrern (1.742 Unfälle) waren es 74,3 Prozent und bei Unfällen mit einem Fußgänger (1.282 Unfälle) waren es sogar 88,7 Prozent der Unfälle, an denen die E-Scooter-Fahrer die Hauptschuld trugen.

Unfälle mit E-Scootern geschehen besonders häufig in Großstädten. Im Jahr 2025 wurden 49,1 Prozent der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern registriert. Bei Unfällen mit Pedelecs (29,9 Prozent) oder Fahrrädern ohne Hilfsmotor (45,1 Prozent) war der Anteil geringer. 27,8 Prozent der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden spielten sich in Städten mit mindestens einer halben Million Einwohnern ab. Bei Unfällen mit Pedelecs waren es dagegen 11,7 Prozent, bei Fahrrädern ohne Motor 26,9 Prozent.

dts Nachrichtenagentur

Foto: E-Scooter (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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