Sparkassen-Kunden müssen sich auf eine Umstellung vorbereiten. Im August wird ein beliebter Service zum Überweisen von Geld eingestellt. Das Geldinstitut führt jedoch auch eine Alternative ein.
Ab August 2025 vollzieht sich eine entscheidende Veränderung beim digitalen Bezahlen in Deutschland: Die Sparkassen beenden ihren beliebten Bezahlservice Kwitt und empfehlen ihren Kundinnen und Kunden den direkten Wechsel zu Wero. Was dies für Verbraucher, Unternehmen und den deutschen Zahlungsverkehr bedeutet, wie man den Übergang reibungslos macht und welche Vorteile dadurch entstehen, lesen Sie hier.
Kwitt ermöglichte es, einfach und schnell Geld über das Smartphone zu überweisen, und war seit seiner Einführung im Jahr 2016 durchaus beliebt bei Kunden der Sparkassen und anderer Banken wie Volks- und Raiffeisenbanken. Warum also der große Wechsel?
Der Markt für Finanzdienstleistungen durchläuft eine rasante Entwicklung. Während noch vor wenigen Jahren Bargeld und klassische Kreditkarte dominierten, sind heute Mobile Payment und elektronische Zahlungen auf dem Vormarsch. Gründe dafür sind der Wunsch nach unkomplizierten Lösungen, das Wachstum des E-Commerce und regulatorische Vorgaben.
Kwitt hatte sich als bequemer Mobile Wallet-Service besonders unter Sparkassen-Kunden etabliert, aber seine Möglichkeiten waren immer etwas begrenzt. Mit der Einführung neuer europäischer Standards sowie dem Vorantreiben von SEPA-Initiativen und Echtzeitüberweisungen (sog. Instant Payments) steht das System technisch wie regulatorisch vor Herausforderungen. Nach knapp 9 Jahren müssen sich Sparkassen-Kunden jetzt also umstellen. Hier setzt Wero an – eine paneuropäische Lösung, die laut Sparkassen und anderen Branchenakteuren dem modernen Online Banking und sicherem digitalen Bezahlen gerecht wird. Auch die gesetzliche Reform, dass Euro-Transaktionen künftig binnen 10 Sekunden ablaufen müssen, fordert von allen Zahlungsdienstleistern neue technische Infrastruktur.
Wero wurde von der European Payments Initiative (EPI), einem Zusammenschluss europäischer Banken und Finanzinstitute, als Alternative zu Zahlungsdienstriesen wie PayPal und Apple Pay geschaffen. Die neue Fintech-Lösung ist so konzipiert, dass sie in ganz Europa genutzt werden kann. Ziel ist ein nahtloser, schneller und sicherer Zahlungsverkehr zwischen verschiedenen Banken und App-Anbietern über Ländergrenzen hinweg – sowohl für elektronische Zahlungen im stationären Handel („Proximity Payment“) wie für Online-Einkäufe oder Peer-to-Peer-Zahlungen. Gerade die Kooperation von Banken und Zahlungsdienstleistern macht Wero zu einer der spannendsten Innovationen seit Jahren.
Ein Vergleich zwischen Kwitt und Wero im Überblick:
Funktion | Kwitt | Wero |
---|---|---|
Kompatibilität | Sparkassen und Partnerbanken (DE) | Europaweite Banken, zahlreiche Apps (EU) |
Zahlungsarten | Mobil, P2P, POS | Mobil, P2P, POS, Online, QR-Code |
Transaktionsgeschwindigkeit | Inlandsüberweisung: Minuten bis Stunden | Echtzeit (max. 10 Sekunden) |
Transaktionssicherheit | Starke Authentifizierung, Sparkassen-Standards | Erweiterte EU-Sicherheitsstandards, Tokenisierung, 2FA |
Kundenkonto verwalten | Über Sparkassen-App | Banken- und App-übergreifend, Multibanking |
Wichtiger Hinweis: Bestandskunden von Kwitt müssen ihre Konten bis zum offiziellen Abschaltdatum (25. August 2025) auf Wero umstellen, um eine unterbrechungsfreie Zahlungsabwicklung zu sichern. Die Volks- und Raiffeisenbanken bieten eine Übergangszeit bis Ende des Jahres an. Die Kunden bekommen Unterstützung über Infoportale, Service-Hotlines und spezielle Wechsel-Assistenten. Wie dieser Wechsel im Detail funktioniert, schildern wir im nächsten Abschnitt.
Der Wechsel ist weniger aufwendig als viele vermuten. Um den Wechsel zu erleichtern, bieten die Sparkassen digitale Schnittstellen, die einen Großteil der Daten automatisch übertragen:
Ein detaillierter Schritt-für-Schritt-Artikel zur Migration ist u.a. im Themenbereich von Sparkasse.de zu finden.
Der deutsche Markt für Mobile Payment wächst rasant: 2025 bewegt er sich laut Mordor Intelligence bereits im Billionenbereich – mittelfristig wird eine Verdreifachung des Volumens erwartet. Davon profitieren nicht nur Banken, sondern auch kleine Unternehmen, der stationäre Handel und Privatkunden, etwa durch schnellere Prozesse, mehr Komfort und flexibles Multibanking.
Doch es gibt auch Herausforderungen:
Janine K. (34), Sparkassen-Kundin aus München: „Ich habe den Wechsel zu Wero an einem Wochenende erledigt – der Prozess war intuitiv, meine alten Zahlungsvorlagen wurden automatisch übernommen. Besonders positiv: Große Beträge lassen sich jetzt innerhalb von Sekunden überweisen.”
Einzelhändler Ralf B. aus Düsseldorf berichtet: „Durch die europaweite Kompatibilität von Wero akzeptiere ich nun problemlos Elektronische Zahlungen von internationalen Kunden. Das hat meinen Umsatz spürbar erhöht, die Integration ins Kassensystem war einfach.”
Deutschland entwickelt sich zu einem Vorbild für digitales Bezahlen in Europa. Trendthemen wie kontaktlose Zahlungen, nahtloses Multibanking und der Einsatz von Fintech-Lösungen prägen die Branche.
Laut aktuellen Marktanalysen wächst vor allem im Bereich des Mobile Payment die Akzeptanz unaufhaltsam – nicht zuletzt dank staatlicher Förderinitiativen und hoher Sicherheitsstandards. Die Integration von Blockchain-Technologien und Künstlicher Intelligenz dürfte den Zahlungsverkehr weiter revolutionieren, insbesondere in Verbindung mit Innovationen wie E-Rezept oder dem digitalen Personalausweis.
Dennoch bleibt die Zahlungsabwicklung ein sensibles Thema, das Konsequenz bei Betrugsprävention und Transaktionssicherheit verlangt. Vertrauen spielt hier eine entscheidende Rolle, weshalb etablierte Banken wie die Sparkassen und renommierte Zahlungsdienstleister wie Wero einen klaren Wettbewerbsvorteil genießen – gestützt durch Erfahrung, regulatorisches Know-how und innovative Technik.
Der Abschied von Kwitt markiert für viele Sparkassen-Kunden das Ende einer gewohnten Ära, aber auch den Beginn eines modernen, effizienten und europaweit kompatiblen Systems für elektronische Zahlungen. Durch die Einführung von Wero entstehen zahlreiche Vorteile im Alltag: schnellere Zahlungen, höhere Sicherheit, mehr Flexibilität und die Chance, Bankdienstleistungen zukunftssicher zu nutzen. Wer jetzt umsattelt, bleibt im deutschen und europäischen Zahlungsverkehr bestens aufgestellt.
Weitere Informationen und Hilfestellungen zum Bezahldienstleister-Wechsel sowie Tipps zur Verwaltung Ihres Sparkasse-Kundenkontos finden Sie fortlaufend direkt in Ihrer Banking-App oder im Servicebereich der Sparkassen-Website.