

Wiederholt hat der amerikanische Präsident damit gedroht, die arktische Insel Grönland, die Teil des Königreichs Dänemarks und damit der EU ist, unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Jetzt ist Trump einen Schritt weiter gegangen und hat trotz eines ausdrücklichen Verbots der Regierung auf Grönland Vertreter einer Ölfirma, die zu seinem persönlichen Umfeld gehört, zum Einsatz in die arktische Region geschickt. Mit Entsetzen müssen die Bewohner dort im Augenblick mit ansehen, wie eine Invasion von amerikanischen Arbeitern mit Ölbohrausrüstung sich in ihrer Heimat breitmacht. Erst kurz zuvor hatte Trump einen provokativen Post auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social mit einer Warnung an die Grönländer geschickt:
Lizenz verweigert
Laut einem Sprecher der Ölfirma Greenland Energy, die erst im vergangenen Jahr in Texas von Personen, die dem amerikanischen Präsidenten nahestehen, gegründet wurde, befindet sich zurzeit Rohöl im Wert von einer Billion US-Dollar unter Grönland. Greenland Energy wolle unmittelbar mit Probebohrungen beginnen, um dies zu überprüfen. Die grönländische Regierung hatte allerdings zuvor genau diese Probebohrung strengstens untersagt und eine beantragte Lizenz verweigert. Ein Vertreter der Ölfirma behauptete allerdings, dass Greenland Energy von einer Bürgerversammlung in dem Gebiet, in dem die Bohrungen stattfinden sollen, die Genehmigung erhalten habe, die Bohrgeräte dort vorläufig zu lagern. Die Behauptung hat sich nicht überraschend später als falsch erwiesen.
Keine Annexion
Gleichzeitig betont Greenland Energy, dass die Ankunft der Bohrausrüstung mit dem begleitenden Personal auf keinen Fall Teil der angedrohten Annexion Grönlands repräsentiere. In einem Schreiben an die Aktionäre teilte die Firma mit: „Die jüngsten Treffen auf hoher Ebene zwischen der Projektleitung und den grönländischen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden waren konstruktiv, und wir sind weiterhin zuversichtlich angesichts der Fortschritte, die bei der Erlangung der noch ausstehenden Genehmigungen für die Bohrungen erzielt werden.“ Die grönländische Regierung streitet jedoch diese Aussagen entschieden ab und hat wiederholt, dass unter keinen Umständen eine Bohrerlaubnis an Greenland Energy vergeben wird.