Angriff aus dem Nichts: Putin plant böse Überraschung für Europa

Europa ist sicher, solange Putin mit der Ukraine alle Hände voll zu tun hat. Das könnte sich als katastrophal falsch erweisen: Denn Putin könnte Europa schon bald eine böse Überraschung bereiten.

In den letzten Monaten hat die Ukraine Russland immer wieder schmerzhafte Schläge versetzt. Selbst im russischen Hinterland ist kaum ein Ort sicher. Der Krieg hat Russland erreicht, und der Vormarsch der russischen Armee in der Ukraine stagniert. Ein Grund zum Feiern? Eine politische Expertin warnt nun, dass Putins Reaktion sich durchaus als äußerst böse Überraschung für Europa erweisen könnte.

So wird Putin angreifen
Wie die Russland-Expertin und politische Autorin Hanna Notte in einem Podcast mit Paul Ronzheimer von der BILD erklärt, ist Putin wohl nicht in der Lage, in nächster Zeit einen groß angelegten Krieg gegen europäische Länder zu beginnen, aber das muss er auch nicht. Genau wie die Ukraine durch ihre Angriffe auf das russische Hinterland Wirkung erzielt – Zerstörung strategischer Ziele, Schock, Angst, Verwirrung –, so kann Putin dasselbe tun und das strategische Hinterland der Ukraine ins Visier nehmen: Europa.

Es wären weder eine groß angelegte Invasion noch eine neue Front oder ein massiver Angriff erforderlich: Notte hält gezielte Schläge gegen die Rüstungsindustrie, Logistikzentren und die Lieferketten, die die Ukraine versorgen, für ausreichend. Damit ließen sich mehrere Ziele erreichen: Zum einen würde die Unterstützung für die Ukraine unterbrochen. Zum anderen würde es Schock und Angst in der Bevölkerung auslösen – und die NATO auf eine harte Probe stellen.

Wie wird die NATO reagieren?
Wie Notte betont, könnten solche Angriffe sowohl politische Unruhen als auch physische Zerstörung verursachen. Wären die Mitglieder des Bündnisses im Falle einzelner kleinerer Angriffe bereit, Artikel 5 auszulösen und mit ihren Streitkräften einzugreifen, um das betroffene Land zu schützen? Oder würden nicht einige zur Zurückhaltung raten – schließlich handelt es sich nur um einen Einzelfall, und das Risiko einer Konfrontation mit Russland wäre zu hoch? In Notte’s Beispiel trifft ein Marschflugkörper ein Ziel in Polen und 12 Menschen sterben. Ein schockierender Vorfall, aber vielleicht keiner, für den viele einen Krieg riskieren würden. Stattdessen bliebe es Polen überlassen, die Folgen des Angriffs allein zu bewältigen. Jedem NATO-Mitglied wäre klar, dass dies auch sein Schicksal wäre. Infolgedessen würden der Zusammenhalt der NATO und das gegenseitige Vertrauen der Bündnismitglieder erheblich erschüttert.

Szenario eine erschreckende Möglichkeit
Das von Notte skizzierte Szenario stellt eine erschreckende, realistische Möglichkeit dar. Eine Chance für Putin, die NATO zu schwächen, ohne gleich den nächsten Krieg zu beginnen und ohne große militärische Ressourcen aufzuwenden, während er gleichzeitig die Versorgung und Unterstützung der Ukraine unterbricht. Wie Notte sagt, ist es nicht definitiv, dass die Dinge genau so passieren werden, aber je mehr Putin durch die Angriffe der Ukraine unter Druck gerät, desto wahrscheinlicher ist es, dass er nach einer wirksamen Strategie sucht, um die Unterstützer der Ukraine verwundbarer zu machen.

Foto: Пресс-служба Президента РФ, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

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