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Busfahrgäste mit Säure bedroht

Schon beim Einstieg in den Bus wurde klar, dass der Mann in den späten Dreißigern nichts Gutes im Sinne hatte. Er holte nämlich seine Zigaretten heraus und fing an, zu rauchen. Aber erst als die anderen Passagiere und der Busfahrer ihn konfrontierten, wurden alle über die große Gefahr, in der sie sich befanden, klar. 

Der Mann holte nämlich einen Behälter heraus und proklamierte, dass dieser Säure beinhaltet. Danach nahm er die Passagiere und den Busfahrer als Geiseln. Der Vorfall ereignete sich in der Mitte von London auf einem der für die Stadt typischen roten Doppeldeckerbusse. In dem darauffolgenden Geiseldrama, das 3 Stunden lang vor sich ging, mussten große Teile der britischen Hauptstadt abgesperrt werden. Zum Schluss gab der mit Säure bewaffnete Geiselnehmer auf und verließ den Bus, wonach er von der Londoner Polizei in Gewahrsam genommen werden konnte. 

Keiner der angsterfüllten Fahrgäste kam bei der Geiselnahme physisch zu Schaden. Der Geiselnehmer musste jedoch auf der Straße von Beamten in Vollschutzanzügen vollständig entkleidet werden, bevor er in einer Art Zwangsjacke zur kriminaltechnischen und psychischen Untersuchung in ein Krankenhaus verfrachtet wurde.   

Der Vorfall war innerhalb von wenigen Tagen der zweite Übergriff auf Buspassagiere in der englischen Metropole. In der letzten Woche wurden entsetzte Passagiere auf einem anderen der Doppeldeckerbusse Zeugen einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei maskierten Randalierern, die sich einander mit einer Machete und einer Metallstange angegriffen hatten. Bis zum Eintreffen der Polizei hatten die beiden Übeltäter den Bus bereits verlassen und waren wie vom Erdboden verschluckt. Keiner der Täter konnte bisher gefasst werden. 

Auch in anderen Teilen Europas und in Deutschland häufen sich Übergriffe auf Passagiere im öffentlichen Transportverkehr. Zuletzt am Donnerstag musste die schweizerische Polizei mehrere Geiseln auf einem Regionalzug durch Sprengungen und eine Stürmung des Abteils befreien. Der Geiselnehmer, ein iranischer Asylbewerber, wurde bei der Befreiungsaktion tödlich verletzt, nachdem er die Polizisten mit einer Axt angegriffen hatte. 

In Deutschland ist immer noch der tödliche Angriff eines staatenlosen Palästinensers auf die Fahrgäste eines Zugs auf dem Weg von Kiel nach Hamburg im Januar letzten Jahres ein Begriff. Dabei kam ein junges Liebespaar ums Leben und sechs weitere Passagiere wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Eine der Fahrgäste nahm sich zudem kurz nach dem Attentat das Leben. Der mutmaßliche Täter Ibrahim A. sitzt im Augenblick in Isolationshaft in der JVA Lübeck, wo er immer noch auf sein Urteil wartet. 

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Alexander Grünstedt