„Corona-Zunge“ weist auf Infektion hin

Typische Anzeichen einer Sars-CoV-2-Infektion sind Fieber, Husten, Geschmacks- und Geruchsstörungen. Jetzt zeigt sich aber ein weiteres, bislang unbekanntes Symptom, dass bei Infizierten immer häufiger auftritt: die „Covid-Zunge“.

Tim Spector, Professor für genetische Epidemiologie am King’s College in London, hat mit anderen Forschern die „COVID Symptom Study App“ entwickelt. Hier tragen Infizierte ihre Symptome ein, an denen sie leiden. Damit gelingt es den Experten, dass Virus besser zu verstehen und zur Eindämmung beizutragen. Bereits mehr als vier Millionen Betroffene haben dieses Symptom-Tagebuch benutzt.

Spector hat nun auf Twitter weitere Symptome benannt, die er schon länger beobachtet, welche aber nicht in der offiziellen Liste der Weltgesundheitsorganisation aufgeführt sind. Dazu zählen Hautausschläge, die bei etwa 20 Prozent der Betroffenen auftreten. Vor allem aber die sogenannte „Covid-Zunge“ und „seltsame Mundgeschwüre“ entwickeln viele Patienten. Dazu spricht Spector eine Warnung aus: „Wenn Sie an einem merkwürdigen Symptom leiden oder einfach nur Kopfschmerzen haben und müde sind, bleiben Sie bitte zuhause!“

Die „Covid-Zunge“: Pünktchen, Blasen, Schwellungen

Diverse Aufnahmen aus der Symptom-App zeigen die unterschiedlichen Hautsymptome. Ebenso sind auf der Seite www.covidskinsigns.org Bilder der Covid-Zunge zu sehen. Diese weist dabei kleine rote und weiße Pünktchen oder Blasen auf.

Bereits Ende September hatten spanische Forscher von einer auffälligen Häufung von weißen und roten Pünktchen auf der Zunge von Covid-19-Infizierten berichtet. Dies war ihnen im Rahmen einer Studie aufgefallen, die sie in einem temporären Lazarett für Corona-Erkrankte durchführten. 666 Personen wurden dabei untersucht, bei denen milde bis starke Symptome auftraten. Auffälligkeiten in der Mundhöhle zeigten dabei 25 Prozent. Elf Prozent davon hatten vergrößerte Zungenpupillen, bei sechs Prozent bildeten sich Längs- und Quer-Einkerbungen auf der Zunge, bei sieben Prozent Aphthen und bei vier Prozent war die Zunge infolge einer Entzündung (Glossitis) mitunter stark belegt.

Veränderungen auf der Zunge ernst nehmen

Eine belegte Zunge oder Ausschläge auf der Haut müssen nicht immer ein Zeichen für eine Infektion mit Sars-CoV-2 sein. Wachsam sollten die Betroffenen trotzdem sein und sich selbst beobachten. Zur Absicherung kann daher auch ein Corona-Test durchgeführt werden. Besonders wichtig ist dies dann, wenn weitere Symptome einer Corona-Erkrankung dazukommen. Daher plädiert Tim Spector auch dafür, dass sowohl die „Covid-Zunge“ als auch die Hautausschläge in der Symptomliste der WHO Eingang finden.