

Dass Betrüger immer dreister werden, ist bekannt, doch diese Masche übertrifft alles: Schlimmer noch, es ist höchst zweifelhaft, dass die Stadt ihr Geld jemals zurückbekommen wird. Ihr Beispiel sollte allen eine Warnung sein.
Warnungen vor verschiedenen Betrugsmaschen sind heutzutage allgegenwärtig. Wie oft lesen wir von einem Vorfall und denken: „Darauf würde ich nie hereinfallen!“ Doch die hinterhältigsten Betrugsmaschen sind heutzutage oft die einfachsten.
Großstadt überweist 68.000 Euro an Betrüger
Kiel, die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein, hat 68.000 Euro an Betrüger verloren, und der Trick, auf den sie hereingefallen ist, ist ausgerechnet einer, vor dem das BKA aktuell dringend warnt! Wie t-online berichtet, hatten Cyberkriminelle offenbar eine Rechnung abgefangen, die ein Dienstleister an die Stadt geschickt hatte. Sie tauschten die Kontodaten gegen ihre eigenen aus, und die Stadt zahlte den Betrag auf der Rechnung – ohne Überprüfung.
Stadtverwaltung: Betrug war kaum zu erkennen
Hätte nicht jemand bemerken müssen, dass das Geld nicht auf das richtige Konto ging? Offenbar war dies nicht der Fall – wie Stadtsprecherin Kerstin Graupner erklärt, war der Betrug für die Mitarbeiter der Stadt fast unmöglich zu erkennen: Der Dienstleister, von dem die Rechnung stammte, hatte zuvor noch nicht mit der Stadt zusammengearbeitet. Es handelte sich um die erste Rechnung, die die Stadt von ihm erhalten hatte, und daher lagen keine früheren Kontodaten zum Vergleich vor.
Die Polizei bezeichnet diese Art von Betrug als BEC-Betrug („Business-E-Mail-Compromise“), bei dem es Cyberkriminellen gelungen ist, das E-Mail-System oder -Konto eines Unternehmens zu kapern oder gefälschte E-Mails zu versenden (wobei sich die Absenderadresse nur in einem winzigen Detail vom Original unterscheidet). Was genau im Fall von Kiel geschehen ist, ist nicht bekannt. Die Stadt hat Anzeige erstattet, und die Polizei ermittelt in der Angelegenheit. Ob das Geld jemals zurückerlangt werden kann, ist jedoch zweifelhaft – das Geld wird längst verschwunden sein, ebenso wie die Täter.
Stadtverwaltung ergreift Maßnahmen als Folge
Die Stadtverwaltung hat erklärt, dass Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass sich ein solcher Vorfall wiederholen kann. Was diese Maßnahmen konkret beinhalten, wollte sie nicht preisgeben, außer dass eine Art „Sperre“ eingeführt werden soll.
Um Ihr Unternehmen vor BEC-Betrug zu schützen, empfiehlt die Polizei Folgendes:
– Informieren Sie sich und Ihre Mitarbeiter darüber, wie BEC-Betrug funktioniert
– Führen Sie ein Verfahren ein, um die Rechtmäßigkeit von Zahlungsaufforderungen zu überprüfen, die per E-Mail eingehen
– Stellen Sie sicher, dass alle angegebenen Zahlungsdaten überprüft werden – Unstimmigkeiten müssen sofort hinterfragt werden
– Weisen Sie Ihre Mitarbeiter an, ihre Angaben über das Unternehmen und ihren Arbeitsplatz in sozialen Medien zu beschränken.
– Melden Sie alle Betrugsversuche der Polizei, auch wenn Sie nicht Opfer geworden sind.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des BKA unter https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/RichtigesVerhalten/StraftatenImInternet/ECSM/ecsm_node.html
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Beamte sind nun mal das schwächste Glied in einer Regierung. Diese Klientel kostet dem Steuerzahler Unmengen an Geld, zahlen aber nicht einmal in die Sozialsysteme ein.