Fehlerhafte Corona-Zahlen nach Technik-Panne beim RKI

Die Zahl der Neuinfektionen erreicht mit 14.714 Fällen einen neuen Höchststand. Leider ist die Zahl nicht ganz korrekt. Wegen eines Technik-Ausfalls beim Robert-Koch-Institut entsprechen die Daten von gestern und heute nicht der Realität.

Am Samstagmorgen zählt das Robert Koch-Institut (RKI) 14.714 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Tag zuvor waren es 11.242 Neuinfektionen, die laut RKI gemeldet wurden. Inzwischen ist klar: Die Zahl am Freitag war zu niedrig, weil es von Donnerstag auf Freitag zur technischen Problemen bei der Datenübermittlung kam. Die fehlenden Infektionsmeldungen wurden den Werten am Samstag hinzugefügt. Korrekt ist demnach: Binnen 48 Stunden zwischen Donnerstag und Samstagmorgen sind 25.956 Neuinfektionen hinzugekommen.

Laut RKI haben sich seit Beginn der Pandemie nun 418.005 Menschen mit dem neuartigen Corona-Virus Sars-CoV-2 angesteckt. Der R-Wert lag am Freitag bei 1,23. Das bedeutet: 100 Infizierte stecken 120 Menschen an.

Die Zahl der Todesopfer ist heute über die Schwelle von 10.000 gesprungen. Das RKI meldete am Samstagmorgen 49 neue Sterbefälle. Damit sind insgesamt 10.003 Menschen mit einer Corona-Infektion ums Leben gekommen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ermahnte einmal mehr, dass es an jedem Einzelnen liege, ob ein Lockdown notwendig werde oder nicht. Es sei notwendig, dass die Menschen jetzt freiwillig ihre Kontakte einschränken, sagte der Politiker gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Wird das Virus laufen gelassen, schießen die Zahlen so schnell in die Höhe, dass die Krankenhäuser überfordert sind und viel zu viele Menschen an Corona sterben“, erklärte Lauterbach, „Wir müssen also ganz schnell die persönlichen Kontakte herunterfahren, damit wir nicht in einem Monat im Gesundheitsnotstand aufwachen.“

In genannter Zeitung monierte unterdessen Landkreistagspräsident Reinhard Sager, dass auch die Länder ihren Verpflichtungen teilweise nicht nachgekommen seien. So habe man in der vergangenen Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage beschlossen, die Gesundheitsämter personell zu verstärken. Doch sei auf dieser Grundlage „derzeit noch keine Neueinstellung erfolgt“, bemängelte Sager. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich vor anderthalb Wochen bereits mit den Beschlüssen selbst unzufrieden gezeigt. Ihr seien die Ergebnisse des Bund-Länder-Pakts nicht weit genug gegangen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprachen sich zwischenzeitlich dafür aus, die Kompetenzen des Bunds zu erweitern, weil die Entscheidungen einzelner Bundesländer in der Pandemie für alle anderen Konsequenzen hätten.