Forscher decken überraschende neue Ursache für Lungenkrebs auf

Es ist kein Geheimnis, dass Raucher häufiger Lungenkrebs bekommen. Doch Forscher entdeckten nun einen bisher unbekannten und nicht zu verachtenden Risikofaktor, nämlich der sogenannte zirkadiane Rhythmus beziehungsweise die biologische Uhr.

Sie könnte wesentlich dazu beitragen, dass jedes Jahr etwa 57.500 deutsche Bürger am tückischen Lungenkrebs erkranken – auch zahlreiche Nichtraucher, die sich oft ein wenig zu sicher fühlen. Diese Erkenntnis ist allerdings so neu, dass sie von Ärzten (noch) kaum berücksichtigt wird. 

Der zirkadiane Rhythmus ist nicht anders als die Schlaf-Wach-Phasen. Wer etwa unregelmäßige Arbeitszeiten oder viel Stress hat und nicht gemäß seiner inneren Uhr ruhen kann, der riskiert gesundheitliche Folgen. Unter anderem ist die Entstehung von Krebs begünstigt.

Forscher des Scripps Research Institute und der University of Rochester schlossen sich 2019 für eine großangelegte Studie zum Thema zusammen und stellten überraschenderweise fest: Der Biorhythmus und das Lungenkrebsrisiko stehen in engem Zusammenhang!

Für die Studie wurden die Versuchstiere in zwei Gruppen geteilt und unter verschiedenen Lichtbedingungen gehalten. Die eine Hälfte durfte gemäß ihrer biologischen Uhr leben, die andere bekam einen gestörten Rhythmus vorgesetzt. Das Äquivalent beim Menschen wäre ein dauerhafter Jetlag oder eben die weit verbreitete Schichtarbeit. Beide Mäuse-Populationen waren zuvor genetisch verändert und so anfälliger für Lungenkrebs gemacht worden.

Das Experiment ergab, dass die Tiere in Gruppe 2 deutlich öfter an Lungenkrebs erkrankten, als jene der Gruppe 1. Bei genauerer Untersuchung der Gene stellten die Wissenschaftler zudem fest, dass bei den kränkeren Tieren die Regulierung des HSF-1-Gens gestört war, welches als Biomarker für Krebserkrankungen gilt.

Ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus dürfte also ein wesentlicher Risikofaktor für Lungenkrebs sein. Als weitere Konsequenz nehmen die Forscher an, dass man Menschen mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus eventuell mit Medikamenten helfen sollte, ihr HSF-1-Gen zu regulieren. Das wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Vorbeugung von Lungenkrebs.

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