Kein Lockdown trotz zweiter Corona-Welle

Die wieder ansteigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland schüren die Angst vor einem erneuten Lockdown. Charité-Virologe Christian Drosten warnt gerade im Herbst und Winter vor erneuten, massiven Infektionen, gibt jedoch auch Tipps, wie ein zweiter Lockdown verhindert werden könnte.

Als Vorbild nimmt er sich hier das asiatische Land Japan und macht deutlich, wie einem möglichen zweiten Massenausbruch in Deutschland der Schrecken genommen werde könnte. In Asien zum Beispiel sei man bestrebt, unmittelbare Kontakte von Infizierten zu identifizieren und die Betroffenen unverzüglich in Quarantäne zu schicken, ohne langwierige Tests abzuwarten. Mit dieser Strategie sei Japan einem Corona-Lockdown erfolgreich ausgewichen.

Und genau diese Vorgehendweise empfiehlt Drosten auch für die Bundesrepublik.

Für die kommenden Monate, wenn sich die Menschen wieder verstärkt in Innenräumen mit größerem Kontakt zu Mitmenschen aufhalten werden, sei die Nachverfolgung von Infektionsclustern der Einschätzung Drostens zufolge ein nachhaltiges Mittel, einen weiteren Lockdown zu verhindern. Um die Kontaktnachverfolgung zu erleichtern, sei es dem Virologen zufolge ratsam, ein individuelles Tagebuch zu führen, in dem Tag für Tag soziale Kontakte vermerkt werden. Auf diesem Wege könnten Behörden entlastet werden, die sonst mühsam einzelne Kontakte von Corona-Patienten nachvollziehen müssten – eine Aufgabe, für die im Falle einer tatsächlichen neuen Infektionswelle schlichtweg keine Kapazitäten zur Verfügung stünden.

Schon heute sind die Behörden mit den jeweiligen Nachverfolgungen schlichtweg überfordert, machen Fehler und können am Ende nicht das leisten, was eigentlich versprochen und erwünscht ist: Eine korrekte Nachverfolgung und eine damit einhergehende, niedrige Infektionsrate.

Ob sich der Rat des Virologen umsetzen lässt, müssen nun die zuständigen Politiker entscheiden und an die Öffentlichkeit weitergeben.

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