Krankenkassen: So viel zahlen Sie nächstes Jahr mehr

Lange ist von Seiten der Politik und den Krankenkassen darüber diskutiert worden, nun stehen endlich belastbare Zahlen fest. Demnach steigen im kommenden Jahr die Zusatzbeiträge für die gesetzliche Krankenversicherung um 0,3 Prozent, um dem drohenden Defizit von rund 17 Milliarden Euro entgegenzuwirken, wie der Gesundheitsminister verlautbaren ließ. Das eigentliche Dilemma ist nach Angaben von Lauterbach aber bereits unter seinem Vorgänger entstanden.

Ab 2023 werden die rund 57 Millionen Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung tiefer in die Tasche greifen und deutlich höhere Beiträge zahlen müssen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium um 0,3 auf dann 1,6 Prozent ansteigen. Hinzu kommt noch der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent, was in der Summe 16,2 Prozent an Abgaben vom Bruttolohn bedeutet. Dies bedeutet gleichzeitig ein absolutes Beitragshoch in der GKV.

Mit der Anpassung der Beiträge werden nach Berechnungen etwa 4,8 bis 5 Milliarden Euro an Mehreinnahmen generiert, so der Bundesgesundheitsminister. Besonders durch die Corona-Krise und die damit verbundenen Mindereinnahmen droht ein Defizit von etwa 17 Milliarden Euro. Um eine Leistungskürzung zu vermeiden, muss zum einen der Beitrag erhöht werden und zum anderen stellt der Bund zusätzlich zwei Milliarden Euro an Zuschüssen bereit. Zudem soll ein Bundesdarlehen von einer Milliarde Euro weitere Entlastungen bringen. Die Reserven, die in den vergangenen Jahren aufgebaut wurden, müssen nun ebenfalls angezapft werden. Diese bestehen sowohl bei dem allgemeinen Gesundheitsfonds als auch bei einzelnen Kassen, so der SPD-Politiker. Auch solle weiter an der Effizienz gearbeitet werden, um dadurch ebenfalls weitere Mittel zu sparen.

In seiner Stellungnahme ließ der Gesundheitsminister auch einige Kritik an seinem Vorgänger verlauten. Mit Blick auf den ehemaligen Gesundheitsminister Jens Spahn sagte er: “Ich habe dieses Defizit im Wesentlichen geerbt von meinem Vorgänger.” Notwendige Reformen habe er verschleppt und gleichzeitig teure Leistungsausweitungen vorgenommen. Ein Großteil der Defizite sei in der Corona-Pandemie aufgelaufen.

Lauterbach kündigte an, dass sein Vorschlag nun in die Ressortabstimmung gehe werde. Einen wichtigen Verbündeten hat er aber schon, Bundesfinanzminister Lindner teilt seine Ansichten. Gleichzeitig ist der Politiker davon überzeugt, die Schuldenbremse einzuhalten und durch die Maßnahmen keine Steuererhöhungen forcieren zu wollen.

3 Kommentare

  1. Corona ist jetzt mal wieder Schuld, aber wie ist es mit unseren “neuen Fachkräften” die zum größten Teil immer noch von Hartz IV leben und überhaupt nicht arbeiten wollen. Die Aufwendungen für diese Leute müssen ja schließlich auch von irgendwem bezahlt werden.

  2. Ich befürworte Leistungskürzungen in vollem Umfang: nämlich bei denen, die keine Krankenversicherungsbeiträge aus ihrem Arbeitseinkommen abführen bzw. die nur Sozialleistungen abzapfen und gar keine Arbeitsleistung in unserem Staat erbringen.
    Man kann nur etwas mit anderen teilen, über das man selber verfügt. In Deutschland teilen wir großzügig Leistungen, die wir nur über Staatsverschuldung finanzieren. Ich möchte ´mal das Land in der Welt kennenlernen, das sein Geld (ohne jegliche Gegenleistung) an alle Menschen verschenkt, und dafür unbegrenzt Schulden aufnimmt.

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