Millionen betroffen: Neues Bargeldverbot schleicht sich in Deutschland ein

Millionen von Bürgern droht eine böse Überraschung. Der Grund: ein Bargeldverbot dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Aber hier konnten wir doch immer bar bezahlen? Auch wenn den Bürgern versichert wurde, dass ein Ende des Bargeldes für Deutschland nicht in Betracht gezogen wird, werden die Orte, an denen man sicher sein konnte, mit Münzen und Scheinen bezahlen zu können, immer weniger. Es ist eine schleichende Bargeldlosigkeit, die sich in Deutschland ausbreitet, gerade dort, wo viele Menschen noch immer auf Bargeld als Zahlungsmittel angewiesen sind.

Bargeldverbot in weiterer deutscher Großstadt
Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hat angekündigt, ab dem 1. Juli in keinem ihrer Busse mehr Bargeld anzunehmen: Um im Bus eine Fahrkarte zu kaufen, benötigen die Bürger künftig eine EC-Karte oder eine Kredit- bzw. Debitkarte. Auch Zahlungen per Smartphone und Smartwatch werden möglich sein.

Diese Ankündigung hat für viel Aufruhr gesorgt. Der Verein Digitalcourage spricht von einer „digitalen Zwangsmaßnahme“, die vor allem Menschen benachteiligt, die keine Bankkarte oder kein Smartphone besitzen oder sich mit digitalen Zahlungsmethoden einfach nicht wohlfühlen – und die oft keine andere Möglichkeit haben, sich fortzubewegen, als den Bus zu nutzen. Die Linke, die SÖS und die Tierschutzpartei fordern, dass der öffentliche Nahverkehr für alle zugänglich bleiben muss. Auch der Stadtseniorenrat Stuttgart sowie der Fahrgastbeirat des VVS haben ihre Bedenken geäußert.

Zudem bedeutet die ausschließliche Zulassung digitaler Zahlungen, dass Menschen viel umfassender überwacht werden können – etwas, womit sich viele von uns nach wie vor ziemlich unwohl fühlen.

Alternativen müssen möglicherweise bereitgestellt werden
Die Stadtverwaltung hat versichert, dass sie sich des Problems bewusst ist: Weitere Diskussionen sind erforderlich. Wie der SWR schreibt, wird erwogen, die Maßnahme aufzuschieben, um den Betroffenen mehr Zeit zu geben, sich auf die Umstellung vorzubereiten. Als Alternative könnten Chipkarten eingeführt werden, die mit Bargeld aufgeladen werden können – wie diese Automaten finanziert und wo sie aufgestellt werden sollen, ist natürlich eine andere Frage.

Es ist erwähnenswert, dass Stuttgart bei weitem nicht die einzige Stadt ist, die diesen Schritt geht: In Berlin, Nürnberg und Bonn ist die Barzahlung im Bus nicht mehr möglich. Und der öffentliche Nahverkehr ist nicht der einzige Ort, an dem Bargeld nicht mehr willkommen ist.

Immer weniger Freibäder akzeptieren Bargeld
Ein weiterer Ort, an dem viele Menschen diesen Sommer auf Schwierigkeiten stoßen werden, weil Barzahlungen mittlerweile weitgehend der Vergangenheit angehören, ist das Freibad. Immer mehr Freibäder in Deutschland akzeptieren an der Kasse kein Bargeld mehr: Die Besucher sollen digital bezahlen oder – aus Sicht der Freibadverwaltung vorzugsweise – im Voraus online bezahlen, um Warteschlangen an der Kasse zu vermeiden.

Wenn Sie also in den kommenden Wochen einen Besuch im Freibad planen, sollten Sie sich unbedingt erkundigen, welche Zahlungsmethoden akzeptiert werden, um Enttäuschungen zu vermeiden. Wie Kritiker angemerkt haben, könnte der Verzicht auf Bargeld dazu führen, dass Kinder, Jugendliche und ältere Menschen vom Besuch der Freibäder ausgeschlossen werden. In Witzenhausen war die Empörung über die Änderung der akzeptierten Zahlungsmethoden so groß, dass die Einwohner eine Petition auf „openpetition“ gestartet haben, um Bargeldzahlungen im Freibad Witzenhausen wieder einzuführen.

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Oskar Herbert