

Millionen deutscher Rentner werden im Oktober weniger Geld auf ihrem Konto erhalten. Die Kürzung könnte für viele eine böse Überraschung sein, da es in diesem Fall keinerlei Vorwarnung seitens der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gab.
Unabhängig davon, ob Sie Ihre Oktober-Rente Ende Oktober oder bereits Ende September erhalten, wird Rentnern empfohlen, den eingegangenen Nettobetrag genau zu prüfen: In diesem Monat könnte ein überraschender Abzug lauern.
Weniger Netto auf dem Konto ab Oktober
Der Grund dafür ist, dass eine der größten deutschen Krankenkassen, die IKK classic, ihren Zusatzbeitrag erhöht hat. Was für viele verwirrend sein dürfte: Dies geschah bereits im August – die Auswirkungen werden für Rentner jedoch erst jetzt spürbar.
Dies liegt nicht an der Krankenkasse, sondern am Gesetz (§ 247 SGB V), das vorsieht, dass solche Erhöhungen erst zwei Monate nach ihrem Inkrafttreten für alle anderen an Rentner weitergegeben werden. Aus diesem Grund bekommen Rentner die zusätzliche Beitragserhöhung von 3,40 auf 3,85 Prozent erst jetzt zu spüren.
Was Rentner erwarten können
Die Hälfte des Krankenkassenbeitrags wird automatisch von der DRV übernommen, und das gilt auch für die Zusatzbeitragserhöhung. Der zusätzliche Betrag, der von der Rentenzahlung abgezogen wird, dürfte daher hoffentlich keine allzu schmerzhaften Auswirkungen haben – abgesehen davon, dass er eine unwillkommene Überraschung darstellt und eine wichtige Erinnerung daran ist, dass man den auf dem Konto eingegangenen Betrag immer mit dem erwarteten Betrag abgleichen sollte.
Ab Oktober zahlen Rentner, die bei der IKK classic versichert sind, 0,225 Prozent mehr Beitrag (d. h. die Hälfte der Erhöhung um 0,45 Prozent). Das bedeutet, dass jemand, der eine Bruttorente von 2.000 Euro pro Monat bekommt, im kommenden Monat netto 4,50 Euro weniger erhält. Über ein Jahr gerechnet sind das 54 Euro weniger.
Krankenkasse wechseln: Lohnt es sich?
Gemessen an der Größe liegt die IKK classic unter den 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland auf Platz 9. Mit rund 2,85 Millionen Versicherten ist sie die größte Innungskrankenkasse des Landes. Zwar bietet sie deutliche Vorteile bei den Zusatzleistungen, doch durch die jüngste Beitragserhöhung liegt sie erheblich über dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent.
Wer seine Ausgaben für die Krankenkasse senken möchte, sollte sich die verschiedenen aktuellen Angebote genau ansehen. Ein Vergleichsportal wie Check24 oder Verivox kann dabei helfen, ebenso wie der aktuelle Krankenkassenvergleich der Stiftung Warentest. Die BKK firmus bietet beispielsweise ein sehr gutes Leistungsspektrum bei einem Zusatzbeitrag von nur 2,18 Prozent. Dies würde eine Ersparnis von 1,67 Prozent bedeuten – über 400 Euro pro Jahr bei einer Rente von 2.000 Euro pro Monat. Auch die hkk und die Techniker Krankenkasse sind einen genaueren Blick wert.