

Mitten in Deutschland wurde heute ein vierjähriges Kind von einem Hund angegriffen und tödlich verletzt. Nun werden weitere Informationen zu dem Vorfall bekannt, darunter eine Tatsache, die kaum zu fassen ist.
Schock und Trauer sind heute Abend im Osternienburger Land in Sachsen-Anhalt groß: Die friedliche Gemeinde wurde durch die Nachricht von einer schrecklichen Tragödie in ihrer Mitte erschüttert.
Hund biss mehrfach zu
Ein vierjähriges Kind wurde vom eigenen Hund der Familie brutal getötet. Berichten zufolge spielte das Mädchen in der Wohnung ihrer Mutter mit dem Hund, als das Tier sie angriff und wiederholt biss. Die Anwesenden versuchten, den Hund von dem Mädchen wegzuziehen. Als es ihnen schließlich gelang, war sie bereits so schwer verletzt, dass der Notarzt nichts mehr für sie tun konnte.
Die Polizei hat nun bestätigt, dass es sich bei dem betroffenen Hund um einen American Staffordshire Terrier handelte – eine besonders kräftige Rasse, die auf der Liste der von den Behörden in Sachsen-Anhalt als „gefährlich“ eingestuften Hunde steht. Doch das ist nicht die einzige Enthüllung, die für Bestürzung sorgt: Denn es hatte bereits zuvor einen Beißvorfall mit diesem Hund gegeben.
Wesenstest war bestanden worden
Dies teilte der Landrat des Landkreises Osternienburg, Thorsten Lorenz (CDU), dem MDR mit: Der Hund war zuvor in einen Vorfall verwickelt gewesen, hatte danach jedoch den sogenannten Wesenstest bestanden, bei dem geprüft wird, dass ein Hund trotz seiner Rasse oder seiner Vorgeschichte keine Gefahr für Mensch oder Tier darstellt.
Die Polizei hat nun wegen fahrlässiger Tötung Ermittlungen gegen die 32-jährige Mutter des Mädchens und einen Bekannten aufgenommen, die beide zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Wohnung anwesend waren. Dabei soll geklärt werden, ob etwas hätte getan werden können, um den tödlichen Angriff zu verhindern.
Maßnahmen werden gefordert
In einem Facebook-Beitrag spricht Andy Grabner (CDU), Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, von einer „unfassbaren Tragödie – einer Lücke, die niemals geschlossen werden kann“. Von allen Seiten werden nun Maßnahmen gefordert, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passieren kann. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert die bundesweite Einführung eines Hundeführerscheins. Dies ist in mehreren Bundesländern bereits vorgeschrieben, wurde jedoch in Sachsen-Anhalt mit der Begründung abgelehnt, dass es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass ein Hundeführerschein zu einem Rückgang von Biss- oder sonstigen Vorfällen führen würde.
Ob in Form eines Hundeführerscheins oder anderer Maßnahmen – der traurige Vorfall von heute dürfte zu einem starken Druck führen, strengere Kontrollen bei der Hundehaltung einzuführen.
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