Neue Regeln für Einzelhandel: Einkaufen auf Termin

Seit Wochen sind die meisten Geschäfte des Einzelhandels wegen Corona geschlossen. Dies soll sich bald ändern. Allerdings wird Einkaufen ganz anders als wir es kennen. Der Bund plant das Shopping-Erlebnis auf Termin. In Rheinland-Pfalz wurde das Konzept bereits am Montag eingeführt.

Bundeskanzlerin Kanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten am Mittwoch über mögliche Lockerungen aus dem Corona-Lockdown. Bei einer Inzidenz von unter 35 sollen alle Geschäfte wieder öffnen. Für diejenigen in Gebieten mit einer höheren Infektionsrate soll ein neues Konzept namens „Click-&-Meet“ eingeführt werden: Einkaufen nach Terminvergabe. Mit diesem Konzept könnten dann bundesweit alle Geschäfte wieder Kunden empfangen, also auch IKEA, Thalia, H&M und viele weitere Geschäfte, die nicht zu der priorisierten Liste des lebensnotwendigen Einzelhandels zählen.

Um nach dem Click-&-Meet-Konzept einkaufen zu gehen, müssen Kunden vorab einen Termin bei der gewünschten Filiale vereinbaren. Der Kund erhält dann ein bestimmtes Zeitfenster zu einem vereinbarten Termin, in dem er einkaufen darf. Der Einkauf ist dann theoretisch wie immer, nur, dass man quasi alleine bzw. in Begleitung von Personen des eigenen Haushalts zwischen den Regalen stöbert und nirgendwo Schlange steht. Nach Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel am Mittwoch darf nur ein Kunde pro 40 m² anwesend sein.

Ergänzend zur Personenbeschränkung muss weiterhin eine Maske getragen werden. Außerdem erfasst das Ladengeschäft die Kontaktdaten aller Kunden, sodass diese im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus kontaktiert werden können. Eine Vorabbestellung von bestimmten Produkten wie bei Click-&-Collect ist nicht notwendig.

In Rheinland-Pfalz wurde Click-&-Meet bereits eingeführt. Seit Montag sind in diesem Bundesland Bekleidungsläden wieder geöffnet. Die Nachfrage war groß. Bereits in den ersten 24 Stunden berichtete die Verkäuferin eines betroffenen Bekleidungsgeschäfts dem WDR: „Wir sind die ganze Woche über schon komplett ausgebucht“. Baden-Württemberg wird nächste Woche Click-&-Meet einführen. In Hamburg, Berlin und Sachsen sollen am 8. März wieder Gartencenter und Blumenläden öffnen. In NRW wird das Konzept gerade geprüft. Wenn der Bund-Länder-Gipfel Click-&-Meet durchwinkt, könne es bald bundesweit zur Normalität werden.

Branchenverbände und Politiker hoffen dass Click-&-Meet in Kombination mit Click-&-Collect wieder genug Umsätze generiert, dass der Einzelhandel die Lockdown-Krise ohne große Pleitewelle überstehen kann. Der Einzelhandelsverband Deutschland hatte im Februar alarmierende Umsatzeinbußen gemeldet. Der Branchenverband rechnete mit mindestens 50.000 Insolvenzen, wenn der Lockdown mit geschlossenen Läden verlängert würde.