Putin greift nach Lukaschenkos Belarus

„Wer mit dem Teufel essen will, muss einen langen Löffel haben“, sagt ein deutsches Sprichwort. Im Falle des belarussischen Diktators Aljaksandr Lukaschenko ist der Löffelstiel im Begriff, seine Grenzen erreicht zu haben. Seit mehr als 30 Jahren hat Putins nächster Verbündeter Belarus anhand von Wahlfälschungen, militärischer Macht und brutaler Unterdrückung der Bevölkerung regiert. Dabei hat er nicht nur von seinem Freund Putin im Nachbarland Unterstützung erhalten, sondern auch den Russen sein Land als strategisch wichtigen Angriffspunkt im Krieg gegen die Ukraine zur Verfügung gestellt. Im Laufe der letzten Monate und mit der Wende im Ukraine-Krieg, bei dem die Ukrainer ihre Angriffe auf Ziele tief in Russland äußerst erfolgreich verstärkt haben, ist auch Lukaschenko vorsichtiger mit seiner bisher uneingeschränkten Unterstützung für Putin geworden. Das kann ihm jetzt zum Verhängnis werden.

Lukaschenkos vorsichtiger Rückzieher

Westliche Beobachter konnten bereits zu Beginn des Sommers eine Veränderung in den belarussisch-russischen Beziehungen wahrnehmen. Der belarussische Diktator wurde zunehmend vorsichtiger in seinen Bekundungen über seine Unterstützung für Russland und Putin. Dabei ging er sogar so weit, sich bei Selenskyj über vorangegangene Drohungen zu entschuldigen. Belarus teilt eine 1084 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine und das Land war bisher der wichtigste Angriffspunkt für russische Truppen außerhalb Russlands. Das ukrainische Militär hatte mehrmals die internationale Gemeinschaft darauf hingewiesen, dass belarussische Gebäude und Militärstützpunkte, darunter auch zentrale Flughäfen, für Angriffe auf ukrainische Städte genutzt werden. Lukaschenko hat allerdings in diesem Sommer zum Ausdruck gegeben, dass er nicht willig sei, sein Land weiterhin in den Konflikt zu involvieren.  

Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt 

Angesichts des wachsenden Drucks auf Putin und das russische Militär durch Angriffe auf sogar das tiefste Hinterland in Russland kamen Lukaschenkos Äußerungen in Moskau nicht gut an. Laut einem Bericht in der amerikanischen Tageszeitung Wall Street Journal hat Russland enormen Druck auf Lukaschenko ausgeübt, aktiv in den Krieg einzutreten. Dieser sträubt sich allerdings aus Angst vor den tückischen ukrainischen Drohnen und Raketen. Gleichzeitig haben Putin-treue Anhänger in Minsk bereits politische, militärische und wirtschaftliche Kreise infiltriert und Geheimdienstberichte von bevorstehenden Putschversuchen in Belarus häufen sich. Eine Entscheidung über die Zukunft von Belarus könnte schon in diesem Herbst fallen, und sowohl in der Ukraine als auch in anderen westlichen Geheimdiensten befürchtet man, dass Russland sich Belarus kurzerhand einverleiben wird. Für die Ukraine und die anderen belarussischen Nachbarn wie Polen und das Baltikum würde diese Erweiterung der russischen Grenze die Gefahrenlage beträchtlich erhöhen. 

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  • Putin greift nach Belarus und Trump nach Grönland noch Fragen????? Was für Machtspiele und welche Auswirkungen haben diese auf die Weltpolitik??????

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Alexander Grünstedt