

Der Ukraine-Krieg betrifft schon lange nicht mehr nur die Ukraine und Russland, sondern hat im Laufe der letzten Jahre immer weiter um sich gegriffen. Während Russland Verbündete unter den autoritären Regimen in der Welt gefunden hat, darunter Nordkorea, China und Iran, stellen sich Europa und westlich orientierte asiatische Länder wie Japan und Südkorea bestimmt auf die ukrainische Seite. Die Fronten verschärfen sich zunehmend und seit Neuestem ist auch das russische Hinterland mit seinen industriellen Anlagen und für Russland lebensnotwendigen Rohstoffen von Angriffen betroffen.
Ganz Europa mischt mit
Brennende Raffinerien, zerstörte Infrastruktur und eine lahmgelegte Schattenflotte erzürnen den russischen Präsidenten, und er beschuldigt jetzt unter anderem Deutschland, die Angriffe durch die Herstellung von avancierten Waffen und regelmäßige Lieferungen an die Ukraine erst möglich gemacht zu haben. Deshalb hat er jetzt eine Liste veröffentlicht, auf der die Adressen von mehreren deutschen Waffenfabriken vermerkt sind, die im Falle einer Zuspitzung der Lage zuerst von Russland angegriffen werden sollen. Besonders betroffen sind die deutschen Städte München und Hanau, in denen laut Putin Waffen für die Ukraine angefertigt werden. Standorte, die für die Manufaktur von Rüstungsgeräten genutzt werden, sind in der Regel streng geheim gehalten. Besonders im Fokus der Russen stehen ukrainisch-europäische Zusammenarbeitsprojekte, die sich außer in Deutschland auch in Großbritannien, Dänemark, Lettland, den Niederlanden, Litauen, Polen und Tschechien befinden.
Deutschland als ukrainisches Hinterland bezeichnet
Die Drohungen kommen, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Wochenbeginn während einer Konsultation neue Pläne für die Waffenproduktion zur Verteidigung der Ukraine entworfen haben. „Wir werden weitere Gemeinschaftsunternehmen fördern und verständigen uns auf eine engere Abstimmung und Zusammenarbeit bei der Verteidigung und in der Verteidigungsindustrie, unter anderem zur Stärkung der deutsch-ukrainischen Rüstungskooperation“, hieß es in einer abschließenden gemeinsamen Erklärung von Merz und Selenskyj. Die Antwort aus dem russischen Verteidigungsministerium ließ nicht lange auf sich warten. „Wir werten diesen Beschluss als bewussten Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärisch-politischen Lage auf dem ganzen europäischen Kontinent und der schleichenden Verwandlung dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine führt“, schrieben die Vertreter der russischen Behörde auf dem Messaging-Dienst Telegram.
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Putin hat wohl schon vergessen, dass auch er mehrere "Hinterländer" hat. Nordkorea und Indien schicken Soldaten, Iran Drohnen, Belarus stellt sein Territorium zur Verfügung. Dieses Geschrei zeigt doch nur, dass dieser Mensch langsam stirbt.