

Schon morgen muss der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) seine Pläne präsentieren, wie Deutschland seine Fähigkeit erhöhen wird, um das Land zu sichern. Seit Beginn des Jahres gilt bereits eine neue Wehrdienstverordnung. Demnach müssen alle Männer ab dem Jahrgang 2008 an einer Wehrerfassung teilnehmen und die ersten Registrierungsformulare wurden bereits an die Betroffenen versendet. Allerdings sollen nicht nur die Jungen für die Verteidigung des Landes hinzugezogen werden. Jetzt kommt nämlich der deutsche Reservistenverband mit Vorschlägen, wie auch die älteren Jahrgänge im Notfall eingesetzt werden können.
Altersgrenze wird erhöht
CDU-Politiker und Mitglied des Bundestags Bastian Ernst (39) wurde erst am 11. April 2026 als neuer Präsident des deutschen Reservistenverbands gewählt, hat aber bereits konkrete Pläne, wie er dem Verteidigungsminister unter die Arme greifen kann. Unter Berufung darauf, dass das Rentenalter bald ansteigt, fordert Ernst jetzt auch, dass die Altersgrenze für deutsche Reservisten deutlich angehoben wird. „Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen“, sagte der neue Präsident zum RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden.“ Außerdem sorgt er sich um die grundlegenden demografischen Veränderungen in Deutschland und den Druck auf die zukünftige Verteidigung des Landes aufgrund von geburtsschwachen Jahrgängen. „Wenn wir auf Seite der Jungen ein Nachwuchsproblem beklagen, dann sollten wir an der anderen Seite der Alterspyramide ebenfalls nachbessern“, sagt Ernst.
„Freiwillige vor!“
Wie auch der augenblickliche Wehrdienst basiert die Teilnahme an Reservisten-Aktivitäten und –Übungen auf Freiwilligkeit. Im Falle von arbeitstätigen Reservisten muss außerdem der Arbeitgeber seine Zustimmung zur Freistellung geben. Auch hier will der neue Präsident des Reservistenverbandes Veränderung sehen: „Sie (Red. die Arbeitgeber) sollten kein Einspruchsrecht haben, wenn Reservisten zu Übungen eingezogen werden sollen. Die Reservisten selbst sollten wir aber nicht zwingen“, sagt Ernst. Zurzeit sind etwa 110 000 Mitglieder beim Reservistenverband registriert. Daneben gibt es in der Bevölkerung zwischen acht und neun Millionen ehemalige Soldaten, die bei der Bundeswehr gedient haben, aber noch nicht als Reservisten erfasst wurden.
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Sind da die Politiker auch dabei das Land mit dem Leben zu verteidigen.
Die sollen als Vorbild gelten und den Anfang machen.