Robert-Koch-Institut macht düstere Prognose für Ostern

Am Freitag stellte das Robert-Koch-Institut (RKI) seinen aktuellen Lagebericht vor und machte dabei auf eine erschreckende Entwicklung aufmerksam. Zu Ostern rechnen die Forscher mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 350 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Das RKI rechnet mit extrem steigenden Fallzahlen bis Mitte April. Am Samstag meldete das Institut 12.674 Corona-Neuinfektionen und damit 3117 mehr als am Samstag vor sieben Tagen. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg somit auf 76,1.

RKI-Chef Lothar Wieler sieht darin den Anfang der dritten Welle. Zuvor hatte schon SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach den Beginn der nächsten Corona-Welle angekündigt.

Am Freitag veröffentlichte das RKI außerdem einen weiteren Lagebericht, der eine erschütternde Prognose enthält. Demnach werde die Coronavariante B.1.1.7 („die Britische Mutante“) exponentiell steigende Fallzahlen verursachen. Bis Ostern rechnet das Institut mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 350 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

Inzwischen sei die Mutation B.1.1.7 für mehr als die Hälfte aller registrierten Coronafälle verantwortlich. Gleichzeitig gehe die Zahl der Infektionen mit dem ursprünglichen Virus zurück. Demnach verdrängt die britische Variante das erste Coronavirus.

In einer Analyse der wöchentlich übermittelten Fälle seit Januar zeige sich, dass die Ausbreitung der Variante B.1.1.7 sich alle 12 Tage verdoppele, erklärte das Institut. „Die so ermittelten wöchentlichen Fallzahlen von B.1.1.7 zeigen eine sehr gleichmäßige Wachstumsrate und haben sich in der Zeit von Kalenderwoche 2 bis Kalenderwoche 9 etwa alle zwölf Tage verdoppelt“, schrieb das RKI. In der Prognose für Ostern wird davon ausgegangen, dass diese Entwicklung so weitergeht. Das entspreche dann 41.000 Neuinfektionen pro Tag bei Mitte April. Kürzlich in Kraft getretene Öffnungen und Lockerungen der Corona-Regeln sind dabei nicht miteingerechnet.

Wenn das RKI mit seiner Prognose recht behält, dann erwartet uns im April ein deutlich heftigerer Gesamtausbruch als im Dezember letztes Jahr.

Im Dezember 2020 starben in Deutschland so viele Menschen wie seit rund 50 Jahren nicht mehr. Dies geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamts hervor. Die Zahl der Verstorbenen lag dabei um 24.000 höher als der Monatsvergleichswert für 2016 bis 2019. Das entspricht einer Übersterblichkeit von 29 Prozent.

Bundesweit wurden letzten Dezember mehr als 106.000 Todesfälle verzeichnet. Zuletzt starben 1969 in einem Dezember mehr als 100.000 Menschen. In jenem Jahr verursachte die sogenannte Hongkong-Grippe extrem hohe Sterberaten.