Schwestern erniedrigen Schwerbehinderte im Flugzeug

Im schweren Alkoholrausch haben zwei Schwestern auf einem Flug nach München eine schwerbehinderte Frau massiv beleidigt. Zwischenzeitlich musste der Pilot gar die Landung abbrechen.

Das ist ein Vorfall, der absolut fassungslos macht. Die am Münchener Flughafen tätige Polizeiinspektion berichtet über einen Vorfall, bei dem am vergangenen Mittwoch zwei Frauen eine schwerbehinderte Frau auf dem Flug nach München massiv angegangen sind. Sie haben diese mit Besteck und einem Handy beworfen. Die aus Österreich stammenden Schwestern, beide Mitte 20, haben den Angaben zufolge vor der 55 Jahre alten Schwerbehinderten und ihrer 52 Jahre alten Begleiterin gesessen. Die beiden Schwestern fühlten sich durch die 55-Jährige gestört und belästigt, so dass sie plötzlich Gegenstände nach den beiden Frauen warten. Dazu gehörte unter anderem Besteck und auch ein Handy. Ebenso haben die beiden jungen Frauen Bedrohungen ausgesprochen.

Pilot muss Landung abbrechen

Danach eskalierte an Bord die Situation komplett. Der Landeanflug auf den Flughafen München musste von dem Piloten der türkischen Fluggesellschaft aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Weiter berichtete die Polizei, dass er durchstarten und zwei Extrarunden über dem Erdinger Moos fliegen musste. Dem Bordpersonal gelang es in dieser Zeit, die beiden Frauen zu „überwältigen“, woraufhin der Pilot sicher landen konnte. An Bord blieben alle 50 Passagiere unverletzt.

Mehrere Streifen der Bundes- und der Landespolizei standen nach der Landung dann bereits und nahmen die beiden Frauen fest. Dabei leisteten diese erheblichen Widerstand, kratzten einen Beamten und verletzten ihn dadurch. Es stellte sich noch vor Ort heraus, dass eine große Menge Alkohol im Spiel war und allem Anschein nach beide Frauen auch noch unter dem Einfluss von weiteren Rauschmitteln standen.

Schwestern kommen ins Krankenhaus

Es war zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar, um was für Substanzen es sich dabei gehandelt hat und wie diese in Verbindung mit dem Alkohol wirken. Daher sind die beiden jungen Frauen in ein Krankenhaus eingeliefert worden und es fand eine Blutabnahme statt. Eine der beiden Schwestern ist im Krankenhaus auch ambulant versorgt worden, die zweite musste wegen erkennbarer Vergiftungserscheinungen bis auf weiteres im Krankenhaus bleiben.

Hingegen blieb die 55-Jährige laut der Polizei durch die Würfe „zumindest körperlich unverletzt“. Wegen etlicher Straftaten müssen sich nun die beiden Schwestern gerichtlich verantworten. Dazu gehören unter anderem ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr, verschiedene Körperverletzungsdelikte und auch der tätliche Angriff auf den Polizeibeamten. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ist durch die Polizeiinspektion München eingeleitet worden. Beide werden dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der über die Haftfrage entscheiden wird.

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