Sudanesische Regierung beschwert sich über deutsche Hilfe

Seit drei Jahren tobt einer der schlimmsten Kriege in neuerer Zeit im Sudan. 150 000 Menschen sind nach vorsichtigen Schätzungen bisher ums Leben gekommen, Millionen sind auf der Flucht. Der Krieg zwischen regierungstreuen Truppen und der Miliz RSF (Rapid Support Forces) hat das Land in Trümmern gelegt und trifft, wie gewöhnlich, die Zivilbevölkerung besonders hart.  

Während Europa den Krieg bisher nur am Rande beobachtet hat, machen sich die ersten Auswirkungen jetzt an den Grenzen zu der EU bemerkbar. Mehr als 14 000 sudanesische Flüchtlinge sind bereits im Mittelmeerraum eingetroffen. Eine weitere halbe Million hat Libyen erreicht, mit dem Ziel, nach Europa weiterzuziehen. Um diesem massiven Flüchtlingsstrom vorzubeugen, hat die deutsche Regierung heute zu einem Sudan-Gipfel mit 120 Delegationen aus dem Ausland eingeladen. Bei der sudanesischen Regierung kommt das Treffen allerdings nicht gut an. 

Sudanesische Regierung legt Beschwerde ein 

Weder die augenblickliche sudanesische Regierung, die durch einen Putsch an die Macht kam, noch die Milizen wurden zu dem Treffen in Berlin eingeladen. Dahingegen stößt besonders die Teilnahme der Vereinigten Arabischen Emirate auf die Kritik der sudanesischen Regierung. In einem Protestbrief, der der Generaldirektorin für Subsahara-Afrika und den Sahel im Auswärtigen Amt, Gesa Bräutigam, übergeben wurde, weist die sudanesische Regierung darauf hin, dass Verhandlungen über den Sudan ohne Beteiligung der Regierung die Charta der Vereinten Nationen verletzen.  Zudem zeige die deutsche Regierung einen mangelnden Respekt für die politische Unabhängigkeit des Sudans. Die Teilnahme von Staaten, insbesondere der Vereinigten Arabischen Emirate, untergräbt nach Ansichten der sudanesischen Regierung die Glaubwürdigkeit und Unparteilichkeit der Konferenz, weil die Araber mit ihrer Unterstützung für die Milizen  direkte Mitverantwortung für den Krieg tragen.  

Protest trotz millionenschwerer Hilfeleistungen 

Deutschland arrangiert die Konferenz gemeinsam mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der Europäischen und der Afrikanischen Union. Ziel der Gespräche sei nicht eine Verhandlung über einen Waffenstillstand oder Frieden. Stattdessen wolle man darüber beraten, wie der Zivilbevölkerung am besten geholfen werden kann. Die Bundesrepublik hat bereits 155,4 Millionen Euro für Hilfsprojekte im Sudan bereitgestellt sowie in den Nachbarländern, die durch den unaufhörlichen Flüchtlingsstrom aus dem Sudan selbst in Schwierigkeiten geraten sind. 

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  • Immer noch mehr Geld ins Ausland und hier ist bald nichts mehr bezahlbar!!

  • Ich habe da sowas in erinnerung, war nicht der Belgische Prinz Leopold für die eindämmung von Flüchtligsströmen Pretistiniert? Ich weis es nicht so genau, das könnte auch eine fehlinformation meines unterbewustseins sein.

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Alexander Grünstedt