

Die Rückkehr des Freistaats Thüringen zum alten Werbeslogan “Das grüne Herz Deutschlands” sorgt für Kritik.
Als “historisch belastet” bezeichnet ihn der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner. “Als Slogan für ein modernes und weltoffenes Thüringen halte ich den Claim für ungeeignet”, sagte Wagner dem “Spiegel”.
Der Spruch stammt vom Schriftsteller August Trinius, dem Historiker ein völkisches, also radikal-nationalistisch getöntes Heimatbild nachsagen. Zudem wurde mit dem “Grünen Herz” zur Zeit des Nationalsozialismus breit für Thüringen geworben.
Auch Matthias Spaetgens, Chief Creative Officer der Werbeagentur Scholz & Friends, sagte dem “Spiegel”, eine Kampagne mit dieser Vergangenheit müsse man schon sehr genau prüfen. Das Risiko sei in diesen Zeiten hoch, gerade in einem Land wie Thüringen, in dem die AfD mit Abstand die stärkste Kraft ist. “Manchmal muss man auch sagen: Gefälliger Claim, aber den gab es schon mal. Pech gehabt”, so Spaetgens.
Der Freistaat hat gerade eine Marktanalyse zu dem Slogan erstellen lassen, nach der ihn 86 Prozent der befragten Thüringer als positiv bewerten. Jetzt soll die Kampagne ausgeschrieben werden.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Thüringer Landtag (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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Grüne Ideologie kann demnach sowohl extrem rechts als auch ziemlich links bedeuten.
Da dürfte tatsächlich eher Vorsicht geboten sein zu versuchen, die Farbe irgendwie hochzustilisieren, obwohl sie doch vor allem für's Auge so angenehm ist.
Habe noch nie von diesem Schriftsteller und seinem Zitat gehört. Er oder irgendein anderer hat vielleicht mal in dieser Zeit vom "Grünen Herz Deutschlands" gesprochen, - aber einzig nur diese politisch völlig neutrale Aussage mit Faschismus zu verbinden ist schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen!