Alarmierende Zahlen: Infektionen in Kitas haben sich versechsfacht

Mit aller Macht wird versucht, die Schulen und Kitas offenzuhalten. Doch scheint sich dort ein massives Infektionsgeschehen abzuspielen, wie neue Zahlen aus NRW zeigen. Bis zu sechsmal mehr Kinder haben sich im November im Vergleich zum Oktober infiziert. Gleichzeitig steigen auch die Infektionen bei den Mitarbeitern.

Unter Kindergartenkindern in NRW steigen nach letzten Meldungen die Infektionszahlen stark an. Aus dem zuständigen Familienministerium ist zu hören, dass insgesamt 2.436 Corona-Infektionen für den November gemeldet wurden. Im Oktober lag diese Wert noch bei 427. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der infizierten Erzieher immer mehr an. Nachdem es im Oktober 287 waren, haben sich auch hier inzwischen die Werte auf 1.789 versechsfacht.

Der jugendpolitische Sprecher der SPD-Fraktion in dem Bundesland sieht hier alarmierende Zahlen. Es ist aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar, warum es in den Kitas nicht zu flächendeckenden Tests kommen. „Bislang verlassen sich alle darauf, dass Eltern morgens die Zeit haben, Kinder zu testen und das Ergebnis rückzukoppeln“, sagte er gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Eigentlich sollen bei diesen Pool-Tests jeden Morgen die Kinder in der Kita mit einem Lolli-Test geprüft werden. Ein Labor untersucht dann die entsprechenden Lollis gemeinsam. Sollte sich daraus ein positives Ergebnis zeigen, wird jedes Kind noch einmal separat getestet. Leider erfolgt dies nicht überall. In Grundschulen ist es mittlerweile verpflichtend.

Von Seiten der Politik wird alles darangesetzt, dass Kitas und Schulen in der mittlerweile vierten Welle weitestgehend geöffnet bleiben. Doch steigen die Inzidenzwerte immer stärker an, was auf die fehlenden Impfungen für die betreffenden Altersgruppen zurückzuführen ist. Zwar sind solche Infektionen in der Regel nicht weiter schlimm, doch besteht zu befürchten, dass Lehrerinnen, Erzieher oder auch Eltern sich doch infizieren können. Daher werden immer wieder Schulen und Kitas geschlossen, sofern sie in nachweislichen Hotspots liegen.

Mehrere Länder arbeiten nun daran, eine Testpflicht für Kitas einzuführen. Damit soll die vierte Welle in diesen Bereichen gebrochen werden. So müssen künftig Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres in Bayern dann dreimal wöchentlich getestet werden. Nur so ist es ihnen erlaubt, in die Kita zu gehen. Allerdings muss der Test von der Einrichtung selbst vorgenommen werden. Auch können Pool-Tests gemacht werden, wenn dies von der Einrichtung angeboten wird.

Gleiches plant auch die Bundeshauptstadt. Doch erst ab Mitte Januar können die favorisierten Lolli-Tests erst großflächig geliefert werden. Solange sind die Eltern dafür verantwortlich, dass ihre Kinder zweimal in der Woche getestet werden. Dies muss schriftlich versichert werden.

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3 Kommentare

  1. Infektionszahlen explodieren in diesen Bereichen trotz Corona-Tests:
    logisch, nicht trotz sondern wegen!
    Je mehr getestet wird, desto höher die Infektionszahlen, da mehr Fälle aufgedeckt werden.

  2. Die wichtigste ungestellte Frage war, ist, und bleibt: wie lassen wir das Problem von Fachleuten lösen – ohne unfähige und korrupte Politiker. Ohne Lobbyisten und Firmenvertreter – die das Sagen haben.

  3. @negiwadi:
    das funktioniert schon deshalb nicht, eben weil die Politiker (zumindest die, die das Sagen haben) inzwischen alle irgendwie „eingekauft“ sind.
    Unabhängige Wissenschaftler sind ja nur noch „Querdenker“, „Schwurbler“, Neonazis usw…
    Das ist unsere heutige Gesellschaft. Und dann ist ja auch das Klima hierzulande soooo wichtig.

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