Mallorca: Saison vor dem Sommer schon verloren

Mallorca ist das Urlaubsziel Nummer eins, viele kommen vor allem, um am Ballermann richtig zu feiern. Bedingt durch die Corona-Pandemie war es in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig und die Inselbewohner hatten die Hoffnung, das Saufimage für immer ablegen zu können. Das Ziel war mehr Luxus statt Lallen. Doch zeigt sich jetzt wieder das alte Gesicht der Touristen, sie kehren in Scharen zurück und macht die Situation inzwischen noch unerträglicher als dies vor der Krise schon der Fall war.

Gegenüber der Zeitung „Última Hora“ sagte Juan Miguel Ferrer, es kämen Gäste teilweise morgens um zehn in den Hotels an und könnten dann um 2 Uhr nachmittags schon nicht mehr geradeaus gehen. Er setzt sich mit einer eigens gegründeten Initiative für mehr Qualität an der Playa de Palma ein.

Die Gäste blieben nach seiner Information in der Regel drei bis vier Nächte und geben dabei im Durchschnitt 30 bis 40 Euro nur für Alkohol aus. Teilweise gehen die Partys bis morgens um vier, wobei auch immer noch die eigentlich unerwünschten, aber noch immer frei verkäuflichen Megafone zum Einsatz kämen. Besonders auffällig ist dabei die Gleichgültigkeit, mit der die Gäste auf der Insel unterwegs sind. So werden volltrunkene Gäste von ihren Freunden einfach irgendwo auf der offenen Straße liegengelassen.

Für Aufsehen hatte in den letzten Tagen unter anderem eine deutsche Reisegruppe gesorgt, die mit ihrem unflätigen Verhalten in der Nähe des Ballermanns einen Großbrand ausgelöst haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, von einem Hotelbalkon Alkohol und brennende Zigaretten auf ein vorgelagertes Schilfdach geworfen zu haben. Dies habe dann Feuer gefangen und zwei Gaststätten, eine Wohnung und ein Restaurant verwüstet.

Gegenüber der „Mallorca Zeitung“ zeigte sich Ferrer daher vollkommen resigniert. „Wir betrachten die Saison bereits als verloren, was die Kontrolle der Exzesse angeht.“ Er erwarte von der örtlichen Polizei, dass sie strenger gegen Verstöße vorgeht.

Noch Anfang Mai war er sehr zuversichtlich gewesen, eine wundervolle Saison erleben zu können. All die Bemühungen, im Schatten von Corona einen neuen Typ Urlauber auf die Insel zu locken, hatten sich zum Teil schon ausgezahlt. So sollte unter anderem in den Restaurants mehr auf lokale Produkte gesetzt und ein umweltfreundlicher Nahverkehr installiert werden.

Doch habe sich diese Erwartung schlagartig mit dem 10.Mai aufgelöst. Ferrer sagt dazu enttäuscht: „Kaum waren die großen Partytempel wieder geöffnet, wurde dieser neue Typ Urlauber vom alten Feierpublikum verdrängt. Seither leiden wir unter der Ankunft großer Gruppen von Touristen, die nur darauf aus sind, sich auf den Straßen, an der Strandpromenade oder am Strand zu betrinken.“

7 Kommentare

  1. Wohlstandsverwahrlosung- was für ein Pack! Der Egozentrismus, gepaart mit Narzissmus, ist das Resultat des wirtschaftlichen Neoliberalismus auf der sozialen Ebene! Die FDP ist der politische Arm dieser Egomanen! Dass so viele junge Wähler die FDP gewählt haben, ist so gar nicht erstaunlich.

  2. Warum macht Ihr den Alkohol nicht so teuer wie in Skandinavien?
    Dann wäre das Problem gelöst, nur dass der Spanische Staat dann evtl.weniger Steuern einnimmt, oder auch vielleicht dadurch mehr

  3. Problem erkannt, aber nicht beseitigt. Wir waren dieses Jahr auch schon auf Mallorca, aber fern ab vom westlichen Wohlstands-Gesocks. Weil genau dieses Gesocks ist das Wahlvieh dieser demokratischen Parteien. Nichts hinterfragend und immer zum Kreuz bereit, für die linken Kräfte in Europa.

  4. Warum werden die gemachten Gesetze nicht angewandt?? Dadurch wird sich der Mob dann ruckzuck andere Gefilde suchen.

  5. Sorry, aber ich kapiere gerade die Kommentare bezüglich der FDP-Wähler und überhaupt zur Politik gar nicht – hier geht es doch nur um Proleten, die nichts anderes im Hirn haben als sich volllaufen zu lassen und die leider alle Deutschen damit blamieren! Wie tief muss man eigentlich sinken, um sich so zur Schau zu stellen? Es ist einfach nur widerlich und beschämend! Saufen können sie doch auch zuhause, ohne Flug- und Hotelkosten hätten sie ja noch mehr Kohle für ihr Vergnügen und ihr Gegröhle! Aber diese einfache Rechenaufgabe überfordert solche Vollidioten ja sowieso!!!
    Da sollte die spanische Polizei wirklich knallhart durchgreifen (dürfen)!

  6. Man wird nicht eben mal zu einer Luxusmarke nur weil man darüber redet oder weil 2 Jahre Pandemie war. So simpel hat das Leben noch nie funktioniert! Schaut auch doch mal die schäbige Hotelerie und Gastronomie um El Arenal an! Die bauen doch genau auf diesem Prinzip des Partytourismus auf. Also immer schön an die eigene Nase fassen! Solange werde eben dann auch Partyleute kommen. Und nebenbei bemerkt, da sind auch Leute aus gehobenen Positionen dabei!

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