Missverständnis kostet Einjährigen das Leben

In Wien hat sich eine Tragödie ereignet, die vermutlich eine ganze Familie zerstört. Dort ist ein einjähriges Kleinkind im fünften Stock aus dem Fenster gestürzt, weil seine Tanten sich schlecht abgesprochen hatten.

In Wien ist am Sonntagabend ein einjähriges Kind aus dem fünften Stock eines Wohnhauses in die Tiefe gestürzt. Das Kleinkind erlag schließlich seinen Verletzungen. Hintergrund ist offenbar ein Missverständnis zwischen den Tanten des Kleinen.

Der Vorfall ereignete sich in Wien-Floridsdorf. Der kleine Junge kletterte unbeaufsichtigt aus seinem Bett zum offenen Fenster, verlor dort das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Das Kind landete auf dem Asphalt der Straße und wurde schwer verletzt.

Rettungskräfte trafen schnell ein, konnten die Vitalfunktionen des Jungen zunächst wieder herstellen und brachten ihn in ein Krankenhaus. Doch der Kleine war zu schwer verletzt. Trotz intensiver, medizinischer Betreuung verstarb er schließlich.

Die Familie wird nun von der Akutbetreuung Wien und einem Kriseninterventionsteam betreut. Nach einer ersten polizeilichen Befragung wird geprüft, ob eine sträfliche Vernachlässigung der Aufsichtspflicht mit Todesfolge vorliegt.

Zum Unfallzeitpunkt befand das Kind sich unter der Obhut seiner Tanten. Sie waren auch in der Wohnung, als der Junge zum Fenster kletterte. Aber offenbar war es zu einem Missverständnis zwischen den Schwestern gekommen. Beide dachten, dass die jeweils andere auf den Jungen aufpassen würde. Letztlich war das Kind lange genug alleine im Zimmer, um zum Fenster zu klettern.

Der Österreicher Verein „Große schützen Kleine“ erfasst Fensterstürze von Kindern. Demnach ist der aktuelle Unfall der erste, tödliche Fenstersturz eines Kindes in diesem Jahr. Acht weitere Kinder in Österreich sind zuvor schon aus einem Fenster gefallen, überlebten jedoch. Damit bestätigt der Vorfall eine traurige Statistik, wonach 14 Prozent aller Fensterstürze tödlich enden.

Im Sommer stirbt jede Woche ein Kind bei einem Fenstersturz

In Deutschland erfasst die „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ (BAG) vergleichbare Vorfälle. Laut BAG häufen sich Fensterstürze besonders in den Sommermonaten. Durchschnittlich wird in diesen Monaten ein tödlicher Unfall pro Woche registriert! Besonders gefährdet seien Kinder bis zum siebten Lebensjahr.

Damit so etwas nicht passiert, rät die BAG:

  • Kinder nie unbeaufsichtigt auf dem Balkon oder in Räumen mit offenem Fenster lassen
  • Vermeiden Sie Steighilfen (Stühle, Tische, schwere Kübel) in der Nähe von Balkonbrüstungen oder Fenstern
  • Ggf. Querstreben an Balkonen gegen Klettern absichern
  • Kindersichere, abschließbare Griffe an Fenstern und Balkontüren installieren

Ein Kommentar

  1. Im Handel sind zudem Schutzgitter erhältlich, die u.a. durch Klemmung montagefrei an Fenster oder Türen angebracht und auch wieder spurenlos entfernt werden können.
    Doch nichts kann die persönliche Anwesenheit ersetzen.

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