Moskau droht mit Entführung westlicher Politiker

Die Wortwahl und die Drohungen aus Moskau werden immer heftiger. So hat jetzt ein Abgeordneter der Duma in einer russischen Talkshow damit gedroht, einen westlichen Verteidigungsminister zu kidnappen, wenn er auf dem Weg in die Ukraine sei. „Er würde irgendwo in Moskau aufwachen“, so die unverhohlene Provokation.

Die Entführung eines Nato-Verteidigungsministers aus der Ukraine schlägt der russische Politiker Oleg Morosow in einer Talkrunde im Fernsehen vor. Er kann sich vorstellen, einen Politiker eines westlichen Landes zu kidnappen, wenn dieser mit dem Zug auf dem Weg nach Kiew wäre, um dort den Präsidenten Selenskyi zu treffen. Im staatlichen Fernsehen Rossija-1 fügte er hinzu, dass dieser dort aber nicht ankommen würde. „Er würde irgendwo in Moskau aufwachen. Mal darüber nachdenken, wie es wäre, in Moskau aufzuwachen.“

Die Moderatorin der Sendung, Olga Skabejewa, fragte süffisant nach, ob er damit eine Entführung meinte. Dieses bejahte Morosow und drohte im selben Augenblick: „Dann würden wir herausfinden, wer was angeordnet hat, wer für was genau verantwortlich ist. Kriegsminister, die sich in Kiew versammeln, sollten einmal darüber nachdenken, wie es wäre, in Moskau aufzuwachen.“ Bereits 1993 wurde Morosow in das Parlament gewählt. Er gehört dabei der alles bestimmenden Partei „Einiges Russland“ an.

Viele westliche Politiker, darunter auch der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin, zusammen mit dem Außenminister Antony Blinken, haben seit dem Einmarsch der russischen Armee die Hauptstadt der Ukraine besucht. Damit zeigten sie ihre Solidarität mit der örtlichen Bevölkerung und der Regierung des Landes.

Hingegen behaupte Wladimir Putin noch immer, dass es sich bei der seit 97 Tagen andauernden Aktion um eine militärische Spezialoperation handelt. Ziel sei es weiterhin, das Land zu entwaffnen und die angebliche Verfolgung von russischen Minderheiten durch Ultranationalisten zu stoppen. Außerhalb von Russland wird das Vorgehen aber als Angriffskrieg auf einen souveränen Staat gewertet.

Dies hat derweil zur Folge, dass die Europäische Union mittlerweile ihr sechstes Sanktionspaket gegen die Aggressoren vorbereitet. In der Nacht haben Staats- und Regierungschefs der EU auf Ihrem Sondergipfel einen Importstopp für russischen Öl beschlossen. Allerdings konnte sich Ungarn mit der Forderung durchsetzen, nur die Öltanker damit zu belegen. Öl, welches durch Pipelines fließt, ist davon allerdings nicht betroffen.

3 Kommentare

  1. Da spricht Angst aus diesen alten senilen Hirntoten. Mir scheint es, die haben Angst, das sie in Ungnade Putins fallen und so, wie es in Russland seit jeher üblich ist, vom Machthaber hingerichtet werden könnten, wenn sie nicht dessen Lied singen. Das fing doch schon mit Lenin an, ging über Stalin und endet erst einmal bei Putin. Siehe die bisherigen getöteten Opportunisten.

  2. Was meint der eigentlich ,was passiert wenn ein Nato-Minister
    Entführt wird. Dann haben Sie erst recht die Nato am Hals.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.